Unterentfelden
Der Neubau des Kantonslabors braucht viel Holz: So viel, dass es ein olympisches Schwimmbecken füllen würde

Das kantonale Amts für Verbraucherschutz (AVS) soll auf der Wiese neben der Bauschule in Unterentfelden errichtet werden – in Holzbauweise mit einem harten Betonkern. Die aktuelle Ausschreibung des Beschaffungsauftrags offenbar weitere Details.

Daniel Vizentini
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Das neue Kantonslabor (Visualisierung) wird auf der Wiese neben der Bauschule in Unterentfelden gebaut.

Das neue Kantonslabor (Visualisierung) wird auf der Wiese neben der Bauschule in Unterentfelden gebaut.

Zur Verfügung gestellt

Für über 48 Millionen Franken soll in Unterentfelden auf der Wiese neben der Bauschule das neue kantonale Amt für Verbraucherschutz (AVS) – früher «Kantonslabor» – entstehen. Da das Gebäude als Pavillon in Holzbauweise geplant ist, wird entsprechend auch viel Holz verwendet.

Die nun veröffentlichte Ausschreibung des Beschaffungsauftrags durch den Kanton gewährt einen detaillierten Einblick in die Menge: Nötig für den Bau seien rund 2700 m3 Rundholz aus dem Aargauer Staatswald. Zur ungefähren Vorstellung: Das entspricht etwa einem Schwimmbecken wie an den Olympischen Spielen, mit 50 Metern Länge und zehn Schwimmbahnen. Zum Vergleich: Das 50-Meter-Becken im Freibad Entfelden hat vier Bahnen, dasjenige in Suhr sechs und dasjenige im Aarauer Schachen acht.

Weiter braucht es 1000 m2 Rahmenbaukanteln, 1200 m2 Gipsfaserplatten, 600 m2 Mineralfaser-Steinwolle-Platten, und 400 m3 Trag-, Dach- und Deckenrippen. 3000 m2 Oberflächen der Decken- und Dachbalken müssen behandelt werden, 2100 m2 Dreischichtplatten sind nötig, 75 m3 Stützen, 650 m2 zementgebundene Spanplatten und 350 m2 Fassadenverkleidungen.

Viel Holz rundherum, drinnen harter Betonkern

Angebote können bis Mitte November eingereicht werden. Baubeginn dürfte Anfang März sein, bezugsbereit wäre der Neubau im Endsommer 2024. Das Gebäude wird zweigeschossig, 52 Meter lang und breit. Dank Laubengang mit verglaster Fassade soll Tageslicht bis in den Baukern eindringen können. Dieser wird nicht aus Holz, sondern aus Beton erstellt. Dort sollen die Messgeräte unterkommen, die eine solide, schwingungsfreie Umgebung benötigen.

Entstehen soll ein zeitgemässes Labor für die Kontrolle von 8000 Lebensmittelbetrieben, 270 Trinkwasserversorgungen, 1000 Chemie- und 3400 Landwirtschaftsbetrieben. Über 80 Personen arbeiten im AVS. Wie die Kantonsinformatik, die nebenan in die Bauschule zügelt, soll auch das Labor von Aarau nach Unterentfelden ziehen.

Damit wird die kleine Nachbargemeinde Aaraus bezüglich Verwaltungsstellen immer mehr zu einem Teil der Kantonshauptstadt. Ein Neubau im Aarauer Buchenhof war in der Vergangenheit geprüft worden, wurde 2017 aber angesichts der hohen Kosten – 68 Millionen Franken – verworfen. Das bisherige Labor befindet sich seit 107 Jahren am Aarauer Kunsthausweg. Dort reicht der Platz nicht mehr aus und unter anderem sei das Dach undicht. Teure Untersuchungsgeräte müssten zum Beispiel mit Blachen und Decken geschützt werden.

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