Unterentfelden
Aussen Holz, innen Beton: So wird das neue Kantonslabor aussehen

48,46 Millionen Franken beträgt der Kredit für den Neubau des kantonalen Amts für Verbraucherschutz. 2024 könnte das frühere «Kantonslabor» von Aarau nach Unterentfelden ziehen.

Daniel Vizentini
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So soll das neue Amt für Verbraucherschutz in Unterentfelden aussehen: ein zweigeschossiger Pavillon in Holzbauweise.

So soll das neue Amt für Verbraucherschutz in Unterentfelden aussehen: ein zweigeschossiger Pavillon in Holzbauweise.

Visualisierung: zvg

Nach der Informatikabteilung des Kantons schreitet auch der Umzug des kantonalen Amts für Verbraucherschutz (AVS; früher Kantonslabor) von Aarau nach Unterentfelden voran. Während die Informatik aber im Gebäude des Bildungszentrums untergebracht wird, soll für das AVS ein Neubau erstellt werden: 48,46 Millionen Franken beträgt der Verpflichtungskredit, den der Regierungsrat dem Grossen Rat dafür beantragt.

Dank dem Neubau kann die heute in Aarau an zwei getrennten Standorten geführte Abteilung künftig unter einem Dach geführt werden, was betriebliche Abläufe vereinfachen wird. Es wird genug Platz vorhanden sein und die über 80 Angestellten erhalten zeitgemässe Labor- und Büroarbeitsplätze. Das Gebäude am Aarauer Kunsthausweg, wo das Kantonslabor drin ist, hat zum Beispiel ein undichtes Dach. Teure Untersuchungsgeräte müssen mit Blachen und Decken geschützt werden.

Ein durchlässiger Holzbau mit einem harten Kern

Der Neubau ist als zweigeschossiger Pavillon in Holzbauweise mit Minergie-P-Standard vorgesehen. In einem Postulat hatte der Grosse Rat solch einen nachhaltigen Bau gefordert. Experten rieten damals von einer reinen Holzkonstruktion für das Laborgebäude aber ab.

Wie der Kanton nun erklärt, werden deshalb der zentrale Bereich mit der Spurenanalytik, das Untergeschoss, die Treppenhauskerne und die Haustechnikschächte in Massivbauweise mit Beton ausgeführt. Den Anforderungen der Messtechnik werde man so gerecht und der Brandschutz könne eingehalten werden.

«Das Gebäude erfüllt dieselben brandschutzrechtlichen Anforderungen wie ein Laborgebäude in Massivbauweise.»

Das Baugesuch liegt derzeit auf. Laut den Bauplänen wird das Gebäude quadratisch rund 52 Meter lang und breit und knapp 10 Meter hoch. Vom Laubengang rundherum bis zum Betonkern wird es vier Schichten haben. Tageslicht soll durch die offene, verglaste Fassade bis in den Betonkern eindringen können und die «parkähnliche Umgebung» in das Gebäude integriert werden. Im Betonkern werden die Messlabore mit den «höchsten Schwingungsanforderungen» zu stehen kommen.

Die Bauschule bleibt in Unterentfelden

Gebaut wird auf der Rasenfläche neben dem Gebäude der Bauschule. Das Areal gehört seit Ende 2018 dem Kanton. Er hatte die Fläche an der Suhrenmattstrasse samt Gebäude des Bildungszentrums als «strategische Landreserve» gekauft.

Die Profile sind bereits auf der Grasfläche ausgesteckt. Links ist eingehüllt das Gebäude der Bauschule, das saniert wird.

Die Profile sind bereits auf der Grasfläche ausgesteckt. Links ist eingehüllt das Gebäude der Bauschule, das saniert wird.

Daniel Vizentini

Die dortige Bauschule wird laut Kanton «langfristig in Unterentfelden verbleiben». Der frühere Mieter, GastroAargau, verlegte seine Büros samt Kurszentrum bereits nach Lenzburg. Nutzungsanpassungen und notwendige Sanierungen für die Bauschule werden laut Kanton aktuell zusammen mit dem Einbau der Kantonsinformatik durchgeführt.

Anfang April beantragte der Regierungsrat knapp 11 Millionen Franken Verpflichtungskredit für die Teilsanierung des Gebäudes. Nun folgte der Kreditantrag vom 48,46 Millionen Franken für den Neubau nebenan. Baubeginn ist im Frühjahr 2022 geplant, bezugsbereit wäre das Gebäude im August 2024.

Das Bildungszentrum Unterentfelden mit der Bauschule und demnächst auch der Kantonsinformatik.

Das Bildungszentrum Unterentfelden mit der Bauschule und demnächst auch der Kantonsinformatik.

Daniel Vizentini

Das Amt für Verbraucherschutz kontrolliert mehrere Tausend Betriebe

Das AVS ist das Kompetenzzentrum für die Kontrolle von 8000 Lebensmittelbetrieben, 270 Trinkwasserversorgungen, sowie 1000 Chemie- und 3400 Landwirtschaftsbetrieben in den Bereichen Lebensmittel und Trinkwasser, Chemie- und Biosicherheit, Tiergesundheit und Tierschutz im Kanton.