Aarau
Unter dem Traktandum «Verschiedenes» wird über den Baustopp im Scheibenschachen informiert

Die Ortsbürger halten am 12. Juni ihre Gmeind im «Roggi» ab. Dabei wird mit der Sanierung der alten Kugelfänge der ehemaligen Schiessanlagen im Schachen ernst gemacht.

Hermann Rauber
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Stadtpräsidentin Jolanda Urech wird den Ortsbürgern erklären, weshalb es beim Bauprojekt im Scheibenschachen zu einer Submissionsbeschwerde kam.

Stadtpräsidentin Jolanda Urech wird den Ortsbürgern erklären, weshalb es beim Bauprojekt im Scheibenschachen zu einer Submissionsbeschwerde kam.

zvg

Aarau macht endlich ernst mit der Sanierung der mehr oder minder alten Kugelfänge der ehemaligen Schiessanlagen im Schachen. Der Einwohnerrat hat an seiner Sitzung vom vergangenen 27. Februar zu diesem Zweck einen Bruttokredit in der Höhe von 2,1 Millionen Franken gutgeheissen.

Ziel ist es, bis in drei Jahren an diesem Ort «die konkrete Umweltgefährdung der Schutzgüter Grundwasser, Oberflächengewässer und Boden zu beseitigen» und eine «zonenkonforme Nachnutzung zu gewährleisten». Weil im Rahmen dieses Vorhabens das «Aufwertungspotenzial» nicht vollständig ausgeschöpft wird, soll unter Federführung der Ortsbürgergutsverwaltung für das fragliche Gebiet zusätzlich ein Rekultivierungsprojekt realisiert werden.

Betroffen ist der Raum beim Kugelfang des ehemaligen 300-Meter-Schiessstandes (1994 stillgelegt), bei der Kurzdistanz-Anlage weiter westlich sowie südlich beim historischen «Chugelefanger», der dem Militär bis 1916 diente. Bei der jetzt vorgeschlagenen Rekultivierung geht es unter anderem darum, die «lokalen ökologischen Werte und die Interessen der öffentlichen Nutzung» unter einen Hut zu bringen. Das gilt unter anderem für die Führung des Roggenhausenbachs und für den seit 1994 bestehenden, dreiteiligen Schachenweiher, der über eine vielfältige Flora und Fauna verfügt, von der Gelbbauchunke bis zur Geburtshelferkröte.

Der Stadtrat stellt deshalb der Sommer-Gmeind der Aarauer Ortsbürger vom 12. Juni den Antrag, für die Ausführung des Vorhabens einen Kredit von 200 000 Franken zu bewilligen. An diesen Kosten wird sich die Einwohnergemeinde hälftig, also mit 100 000 Franken, beteiligen. Mindestens finanziell dürfte ein solcher Entscheid für die Aarauer Ortsbürgergemeinde keine Knacknuss darstellen. Denn die Erfolgsrechnung 2016 schliesst mit einem satten Ertragsüberschuss von gut 814 000 Franken ab. Budgetiert gewesen war bei einem Umsatz von 4,6 Millionen noch ein Defizit von 254 500 Franken. Das erfreuliche Ergebnis resultiert unter anderem aus der Auflösung von Rückstellungen, tieferen Kosten beim Personal-, Sach- und Kapitalaufwand sowie höheren Erträgen aus Baurechtszinsen.

Unter dem Traktandum «Verschiedenes und Umfrage» wird Stadtpräsidentin Jolanda Urech die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger über den durch eine Submissionsbeschwerde ausgelösten Baustopp auf dem Baufeld 2 im Aarauer Scheibenschachen informieren. Es lohnt sich also, am Montag, 12. Juni, den Weg ins Roggenhausen, dem Tagungsort der Sommer-Gmeind, unter die Füsse zu nehmen.