Aarau

Unser Parteienkompass: «Linke» Kandidierende drängen sich bei der SP

So sieht der Politspider der Wahlplattform Vimentis für die zweitgrösste Aargauer Partei aus: Gar nicht so weltoffen, wie man denkt. Dazu wurden 44 Antworten von Kandidaten ausgewertet.

Die unabhängige Politplattform Vimentis hat die Kandidierenden aller Parteien für den Grossen Rat angeschrieben und ihnen 44 Fragen zu acht Themenbereichen gestellt. Aus den Antworten ergibt sich ein Politspider für jeden Kandidaten und für jede Kandidatin. Aus einem Zusammenzug aller Kandidierenden, die den Fragebogen ausgefüllt haben, ergibt sich der Politspider für die jeweilige Partei, in diesem Fall für die SP.

Die Grafik von Vimentis.

Die Grafik von Vimentis.

Gar nicht so sehr für die aussenpolitische Öffnung?

Ein Blick darauf bestätigt – wie erwartet – sehr hohe Zustimmungswerte zu Forderungen nach einem «umfassenden Sozialstaat» und «mehr Umweltschutz». Sehr tief sind umgekehrt – ebenfalls wie erwartet – die Zustimmungswerte zu Forderungen nach einer «strikten Ausländerpolitik» oder nach «restriktiver Finanzpolitik».

Diese offensichtliche Homogenität hat einen Grund. Bei der SP kann man nicht einfach die am weitesten links stehende Kandidatur nennen. Diese Bezeichnung trifft nämlich auf sieben Kandidierende gleichermassen zu: auf David Burgherr (Lengnau), Nico Zobrist (Unterentfelden), Cybel Dickson (Bad Zurzach), Navit Sutter (Bremgarten), Lara Hitz (Unterentfelden, stellvertretend für alle im Bild), Flavia Brogle (Brugg), David Sommer (Birmenstorf). Am weitesten «rechts» bei der SP steht laut Vimentis-Auswertung Markus Eichenberger (Möriken-Wildegg).

Es erstaunt aber, dass die SP laut ihrem Spider gar nicht so sehr für aussenpolitische Öffnung ist. Das erkläre sich so, sagt SP-Präsidentin Gabriela Suter: «Wir stehen Freihandelsabkommen mit Ländern, die soziale und ökologische Standards nicht einhalten, kritisch gegenüber. Zudem sind wir für eine Senkung der Wertfreigrenze. Das würde den Einkaufstourismus und seine negativen Folgen für die Arbeitsplätze im Schweizer Detailhandel und für die Umwelt eindämmen.» (mku)

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