Am späten Abend des 17. Juni 2016 wurde die Kantonspolizei Aargau an einen Verkehrsunfall in Buchs gerufen. Beim neuen Kreisverkehr an der Neubuchsstrasse stiessen die ausgerückten Polizisten auf einen blauen VW Passat, der offensichtlich in die Seite eines schwarzen Mercedes S500 geprallt war.

War dieser Unfall nur inszeniert, um Versicherungsgelder zu erschleichen?

War dieser Unfall nur inszeniert, um Versicherungsgelder zu erschleichen?

Der 29-jährige Serbe am Steuer des Mercedes und seine Ehefrau auf dem Beifahrersitz machten Nacken- und Rückenschmerzen geltend. Der 28-jährige Kosovare im VW gab an, unverletzt zu sein. Beide Autos wiesen erheblichen Blechschaden auf.

Zweifelhafte Geschichte aufgetischt

Bei ihren weiteren Abklärungen stiessen die Unfallermittler auf Ungereimtheiten. So zeigte sich, dass das Schadensbild nicht mit den Schilderungen der Beteiligten übereinstimmen konnte. Zudem stellte sich heraus, dass der Mercedes aufgrund eines Getriebeschadens nicht fahrtüchtig war.

Weitere Ermittlungen erhärteten schliesslich den Verdacht, dass die Beteiligten den Unfall vorgetäuscht hatten, um Versicherungsleistungen zu erschleichen.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat die Kantonspolizei alle drei Beteiligten diese Woche vorübergehend festgenommen. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Zeugen gesucht

Die Kantonspolizei vermutet, dass die Beteiligten den defekten Mercedes von einer nahen Garage zum vermeintlichen Unfallort geschleppt oder in langsamer Fahrt dorthin gefahren hatten.

Das Fahrzeug muss im Kreisverkehr abgestellt worden sein, worauf einer der Beteiligten mit dem VW gezielt dagegen fuhr.

Die Fahndung West in Buchs (Telefon 062/835 80 20) sucht Augenzeugen, welche an diesem regnerischen Freitagabend entsprechende Beobachtungen gemacht hatten.