«Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt für die Diskussion», erklärte Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Die Task Force Stadion (Hilfiker sowie die Stadträte Hanspeter Thür und Daniel Siegenthaler) erklärte am Freitag an einer Medienorientierung den Prozess der Teiländerung Nutzungsplanung «Stadion 2017». Die Haupterkenntnisse:

  • Hatte es bisher danach ausgesehen, die Volksabstimmung werde im besten Fall noch dieses Jahr stattfinden, so heisst es jetzt, «frühestens im Frühjahr 2019». Blanko-Abstimmungstermine sind der 10. Februar und der 19. Mai.
  • Daniel Siegenthaler erklärte zur Teilrevision der Nutzungsplanung (der Basis für den «Plan B» mit den Hochhäusern): «Es gibt Teile, die im politischen Prozess noch gestaltbar sind.» Was das genau heisst, sagte die Task Force nicht. Aber es ist davon auszugehen, dass an der Anzahl Hochhäuser wohl nicht gerüttelt werden kann, aber Diskussionen über die Investoren (gemeinnütziger Wohnungsbau) allenfalls möglich sind. Letzteres fordert insbesondere die SP.
  • Für den Fall, dass die Teilrevision «Stadion 2017» vom Volk abgelehnt wird, ist für die Task Force klar, was mit dem FC Aarau passieren wird (Abstieg) und wo er seine Partien austragen wird: «Als 1.-Liga-Club braucht er kein neues Stadion und kann weiterhin im Brügglifeld spielen.» Das «Brügglifeld» verfügt über ein Baurecht bis ins Jahr 2062. Für eine sanfte Modernisierung bräuchte es ein Baubewilligungsverfahren in der Standortgemeinde Suhr.

Wer die nächsten Schritte im Verfahren «Stadion 2017» verstehen will, muss sich zuallererst bewusst sein, dass gegenwärtig über allem eine Gesamtrevision der städtischen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) stattfindet. Diese soll noch vor den Sommerferien vom Einwohnerrat vorgelegt werden.

Die nächsten Schritte der Teilrevision BNO «Stadion 2017»:

  • Das Mitwirkungsverfahren fand letztes Jahr statt (daran konnten sich alle beteiligen). Nun steht die öffentliche Auflage an: Sie beginnt am Freitag, 27. April. Es können nur noch Personen mit einer Legitimation Einwendungen machen. Also beispielsweise Nachbarn, aber auch Organisationen mit Verbandsbeschwerderecht (etwa VCS).
  • Die Einwendungen gegen die Teilrevision BNO «Stadion 2017» sollen bis Ende September bereinigt werden. Die Behandlung im Einwohnerrat könnte dann im Dezember stattfinden. Das Parlament kann keine Änderungen vornehmen, sondern nur annehmen, ablehnen oder an den Stadtrat zurückweisen.
  • Wenn der Einwohnerrat dem obligatorischen Referendum zustimmt (das wird der Stadtrat beantragen), gibts im Frühling 2019 eine Volksabstimmung.
  • Parallel zur Teilrevision BNO «soll im Sommer das Gestaltungsplanverfahren (legt Konkretes zu den Baukörpern etc fest) beginnen. Mit einem Mitwirkungsverfahren im August. Später dann das Auflageverfahren, sodass der Stadtrat (er ist zuständig) den Gestaltungsplan im Frühjahr 2019 genehmigen kann.

Auch wenn in den nächsten zwölf Monaten nie direkt über das Stadion oder die Hochhäuser abgestimmt wird (sondern über die BNO-Revision) geht es natürlich in den Diskussionen vor allem um diese beiden Themen.