Aarau

Unbändiger Spieltrieb an den Aarauer Theatertagen

Arthur Roscha versetzt beim Holzmarkt die Zuschauer in Staunen.

Arthur Roscha versetzt beim Holzmarkt die Zuschauer in Staunen.

Seit Freitagabend balgen sich die Fussballrecken ums runde Leder. Die Theatertage Aarau bieten eine ebenso spielfreudige Alternative: Sie überzeugen mit einem mannigfaltigen Programm.

Drei Schwestern. Mit einer gemeinsamen Vergangenheit und einem abgestorbenen Sinn für die Zukunft. Sie wühlen sich durch den provinziellen Schutt, in dem sie feststecken. Der gekränkte Verehrer der Jüngsten mit einem Gesicht wie ein Schützengraben und einer Sprache wie Mörserfeuer.

Theater Kaeserei in der Vehfreude

Theater Käserei in der Vehfreude

Die Inszenierung von Anton Tschechows Drama «Drei Schwestern» im Kultur- und Kongresshaus ist in ihrer stumpf lärmenden Sinnlosigkeit wahrlich keine leichte Kost, und trotzdem an diesem Freitagabend ein gebührender Ausgangspunkt für die diesjährigen Theatertage in Aarau. Die Schauspieltruppe Best Berner StudentInnen Theater Bern hat im letzten Jahr den Publikumspreis der Theatertage gewonnen. Ihr Spiel markiert eine der vielen Grenzen, die während des dreitägigen Theateranlasses ausgelotet werden.

Von absurden Komödien über Musiktheater bis – er darf nicht fehlen – Shakespeare bietet das Festival des Schweizer Amateurtheaters ein überaus mannigfaltiges Programm für die Theaterliebhaber der Stadt. Eines zeichnet dabei alle Akteure gleichermassen aus: ein unbändiger Spieltrieb, der Laune macht.

Im Zeichen des Strassentheaters

Der gestrige Samstag stand ganz im Zeichen des Strassentheaters, das die Bevölkerung auf die Theatertage aufmerksam machen will. Das Duo Bildhübsch verzauberte im City-Märt Lichthof mit einer formelhaften Choreografie. Die zwei Clowns Sabrina Gautschi und Blanca Böll wussten die jüngeren Zuschauer zu begeistern.

Und Arthur Roscha versetzte beim Holzmarkt die Passanten in Staunen. Wie er da so vor sich hinschwebte. Wie das Publikum in seiner Verblüffung begann zu spekulieren. Wie macht er das bloss? Selbstredend wurde die Illusion nicht aufgelöst. Sie machte vielmehr deutlich, wie gerne wir uns verführen lassen vom Irrationalen.

Noch heute sind die Theatertage in vollem Gange. Gezeigt wird «Wer zuletzt stirbt…» von Lorenz Kaiser und Shakespeares «Der Sturm». Um 16 Uhr schliesslich wird im Kultur- und Kongresshaus der Publikumspreis «Aarauer Bühnenbrett» verliehen.

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