Am Bachfischet-Sujet der Schule für Gestaltung schieden sich am Freitagabend die Geister. Nicht an den sich elegant biegenden langen Stängeln mit den Leuchtkugeln an ihrer Spitze, die als im Wind wogende Äste eines Waldes daherkamen, sondern an den beleuchteten Transparenten mit der Aufschrift «! Ja, Vorkurs». Die Aussage war unmissverständlich: Der vom Regierungsrat im Hinblick auf das Schuljahr 2017/2018 aus Spargründen abgesägte Vorkurs müsse erhalten bleiben.

Diese Meinung zu äussern, ist zweifellos legitim, doch manche Umzugsbeobachter waren der Meinung, ein politisches Statement wie dieses habe im traditionellen Laternenumzug der Kinder nichts zu suchen. Wieder andere fanden die Aktion aus politische Sicht gut und stiessen sich eher am zweitletzten Umzugssujet, das sie als unzulässige Werbung für «Fisherman’s Friend» verstanden.

Bachfischet 2016

Bachfischet 2016

«Nur positive Reaktionen»

Waren diese Sujets zulässig? Wie stellt sich die für den Bachfischet zuständige Heinerich-Wirri-Zunft dazu? Bachfischet-Obmann Philippe Guignard sagt auf Anfrage, er habe von keinen negativen Reaktionen zum Auftritt der drei Klassen der Schule für Gestaltung (Vorkurs und zwei Klassen Propädeutikum) gehört. Positive Rückmeldungen seien ihm dagegen durchaus zu Ohren gekommen. Guignard hätte es zwar lieber gesehen, wenn in der Berichterstattung über den Bachfischet, insbesondere optisch, eher die Schulkinder im Vordergrund gestanden hätten. Den Auftritt der Schule für Gestaltung fand er aber okay. Die Schule habe regulär angefragt. Das Sujet habe aber auch er erst im Umzug gesehen. Als politische Aktion habe er das Ganze nicht verstanden. «Wenn die Pfadfinder mitmachen», so Guignard, «schreiben sie auch, dass sie Pfadfinder sind.»

Kein Diskussionsthema

Handlungsbedarf kann Philippe Guignard deshalb keinen erkennen. Alles lasse die Heinerich-Wirri-Zunft im Umzug zwar nicht zu, aber jetzt irgendwelche strenge Richtlinien für die Sujets zu bestimmen, sei überhaupt kein Thema. «Es ist doch kreativ, was man am Bachfischet alles so sieht.» Und es sei schön, wenn die Schule für Gestaltung sich präsentieren und so zeigen könne, was ihre Absolventen zustande brächten.

Zur ebenfalls umstrittenen angeblichen Werbung für «Fisherman’s Friend» sagt Philippe Guignard: «Da haben wir keinen Einfluss darauf.» Sprich: Die Sujet-Wahl ist soweit frei. «Sehen Sie», so Guignard weiter, «da gabs auch diesen VW-Bus, der war doch lustig, aber es war ein VW-Bus.» Mit andern Worten: War das nun Werbung für Volkswagen? Oder – zumindest auf einer Laterne – vielleicht doch eher eine Hommage an die rund ein halbes Jahrhundert zurückliegende Zeit der Hippies und ihrer Träume.

«Summer», «Love» und, etwas verschämter,«Girls!» lauten die Begriffe, die den auf der Laterne abgebildeten Bus schmückten: Der VW-Bus, historisch verstanden, als Vehikel von Freiheit in mancherlei Hinsicht – irgendwie passend zur offenen, liberalen Haltung der Organisatoren des Umzugs.