IBAarau

Umweltverbände werfen bei Kraftwerkplanung das Handtuch

Das Kraftwerk der IBAarau soll für rund 140 Millionen Franken modernisiert werden. Foto: AZ-Archiv/Toni WidmeR

Das Kraftwerk der IBAarau soll für rund 140 Millionen Franken modernisiert werden. Foto: AZ-Archiv/Toni WidmeR

Der IBAarau wird von den Umweltverbänden mangelnde Information bei Konzessionserneuerung fürs Kraftwerk vorgeworfen. Die Verbände sistieren ihre Mitwirkung in der Planung. Sie wollen nicht länger Feigenblatt sein.

Paukenschlag im laufenden Verfahren zur Konzessionserneuerung des Kraftwerks der IBAarau: Die nationalen, kantonalen und lokalen Umweltverbände, welche die Projektplanung bisher vereint in der Arbeitsgruppe für Natur und Umwelt Region Aarau (AGnu) begleitet haben, sistieren ihre Mitwirkung in der Planung.

Die AGnu könne und wolle sich im laufenden Verfahren nicht mehr länger als «Umweltfeigenblatt» missbrauchen lassen. Sie sei den Mitgliedern ihrer Verbände verpflichtet, die von Projektverfassern ganz einfach erwarten würden, dass solch grosse Vorhaben in einem partizipativen, die verfassungsrechtlichen Belange der Natur respektierenden Verfahren realisiert würden.

Planunterlagen unter Verschluss

Die AGnu moniert, ins laufende Verfahren zu wenig mit einbezogen worden zu sein: «Man projektiert wie vor vielen Jahrzehnten und missachtet sämtliche positiven Erfahrungen, welche andere Kraftwerksbetreiber mit einer partizipativen Planung gemacht haben.» Unter anderem würden «trotz grosser hausgemachter Verzögerungen» alle Planunterlagen noch immer unter Verschluss gehalten, statt die interessierten Organisationen rasch einzubeziehen und damit allfällige Probleme möglichst früh zu lösen.

Die IBAarau hätte mehrere Male auf Anfragen mündlich und schriftlich zugesichert, ihre Unterlagen interessierten Kreisen abzugeben. Bei den potenziellen Empfängern seien diese allerdings bis heute noch nicht eingetroffen, schreibt AGnu in einer Medienmitteilung.

Ein weiterer Vorwurf betrifft die Projektbegleitung: «Es existiert wohl eine Begleitgruppe zum Projekt, doch diese tagte letztmals im Januar 2010. Die Informationen der IBAarau waren zudem – zurückhaltend ausgedrückt – nicht sehr ausführlich.»

Informationsgrundlage fehlt

Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der IBAarau, bedauert den Entschluss der Umweltverbände sehr. Scherrer trifft vor allem die von AGnu unterschwellig geäusserte Kritik der «Mauschelei» hart: «Es liegt keineswegs in unserem Interesse, irgendwelche Informationen zurück zu halten. Die IBAarau hat in diesem laufenden Projektierungsverfahren auch nichts zu verstecken und bisher stets offen und transparent informiert.» Es sei vielmehr so, führt Scherer weiter aus, dass es zurzeit einfach nichts zu informieren gäbe: «Wir stecken mitten in den Abklärungen mit den Kantonen Aargau und Solothurn. Das sind die Konzessionsgeber, welche letztlich auch die Eckpunkte für die Konzessionserneuerung festlegen. Solange die IBAarau diese Eckpunkte nicht kennt, kann sie selber nicht planen.»

Die Kantone seien aus verschiedenen Gründen im Verzug, die IBAarau sähe es gerne, wenn es rascher vorwärtsginge. Solange die Vorgaben der Kantone aber nicht vorlägen, seien der IBAarau die Hände gebunden. «Wir können doch nicht jetzt über Projektdetails diskutieren und dann wieder von vorne beginnen, wenn die definitiven Vorgaben der Kantone vorliegen», sagt Scherrer.

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