Auenstein/Rupperswil

Umstrittene Auen-Brücken: Kanton reicht nachträglich Baugesuch ein

Die Lücken zwischen den Seilen am Geländer werden mit Netzen geschlossen. Zudem ersetzt das Baudepartement die viereckigen Gitter auf den Spannbändern.

Die Lücken zwischen den Seilen am Geländer werden mit Netzen geschlossen. Zudem ersetzt das Baudepartement die viereckigen Gitter auf den Spannbändern.

Im Auenpark Rupperswil-Auenstein soll bald alles seine Ordnung haben: Der Kanton reicht für zwei Stege und die Aussichtsplattform nachträglich ein Baugesuch ein. Die Bauten waren stark von den bewilligten Plänen abgewichen. Zudem wird die Sicherheit verbessert.

Der Auenschutzpark Rupperswil-Auenstein ist ein grosser Wurf, für das Baudepartement aber auch ein kleines Fiasko. Grund sind die Bauwerke im Park: Der Kanton hatten zwei Fussgängerstege über die Aare gegenüber dem bewilligten Projekt abgeändert und eine Aussichtsplattform 90 Meter verschoben. Ein pragmatisches Vorgehen, hiess es später im Baudepartement. «Bei den Brücken mussten wir wegen befürchteter Schwingungen durch Winde die Spannbänder weiter nach aussen verschieben», sagte Projektleiter Bruno Schelbert Ende 2013. «Wir mussten dabei pressieren, um 600 000 Franken Bundesgelder nicht zu verlieren.»

Auch die Verschiebung der Aussichtsplattform sei sinnvoll: Nachträglich habe man an der Aare ein altes Brücken-Widerlager entdeckt. Dieses eignete sich besser als Standort für die Plattform.

Regierungsrat greift ein

Bei diesen Entscheiden hatte das Baudepartement die Rechnung jedoch ohne aufmerksame Anwohner gemacht. Der Auensteiner EVP-Grossrat Sämi Richner ortete Sicherheitsmängel bei den abgeänderten Brücken. Ein Dorn im Auge waren Richner die horizontal verlaufenden Drahtseile als Geländerfüllung, die statt der bewilligten Vertikalstäbe verbaut worden waren. Kinder könnten sich zwischen den Seilen durchzwängen und in die Aare fallen, so Richner. Das gleiche könne passieren, wenn Kinder die ungesicherten Spannbänder links und rechts der Brücke betreten.

Mit dieser Kritik stiess Sämi Richner beim Baudepartement jedoch auf kein Gehör. Mit zwei Kollegen reichte er deshalb Aufsichtsanzeige ein. Der Regierungsrat trat auf diese ein und pfiff Ende 2013 – Brücken und Plattform waren längst gebaut – das Baudepartement zurück: Für die Änderungen braucht es nachträglich ein Baugesuch. Zudem verlangte der Regierungsrat, dass die Seile der Geländerfüllung an den Brückenseiten zusätzlich gesichert werden. Auch das Betreten der Spannbänder müsse mit Absperrungen verhindert werden.

Neue Drahtnetze und Hindernisse

Das Baudepartement kommt diesen Forderungen nun nach. Seit gestern liegt das neue Baugesuch auf den Gemeindekanzleien Auenstein und Rupperswil auf. Damit sollen die Verschiebung der Aussichtsplattform sowie die Änderungen an den Brücken nachträglich bewilligt werden.

Zudem will das Baudepartement die Sicherheit auf den Brücken verbessern: Die Drahtseile unter dem Geländerhandlauf werden mit Drahtnetzen ergänzt. Hindernisse sollen verhindern, dass jemand die Spannbänder betritt. Die Anfang Jahr vorsorglich montierten Gitter vor den Bändern werden durch eine dauerhafte Lösung ersetzt, was Naturliebhaber freuen dürfe. Denn die «Elefantenohren»-Gitter sind in vieler Augen eine Verschandelung der Landschaft. Das Baudepartement will diese Massnahme nach erteilter Baubewilligung im Herbst umsetzen.

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