In der amtlichen Publikation zur nun anlaufenden Grossbaustelle im Zentrum von Suhr (Umbau Knoten Bären – Kreuz) ist die Rede von einem Linksabbiegeverbot auf der Gränicher Strasse. Auf Anfrage der AZ erklärt Roger Hirt, Gebietsverantwortlicher beim Kanton in der Abteilung Tiefbau, Sektion Verkehrssicherheit, was gemeint ist: «Das Signal ‹Abbiegen nach links verboten› steht auf der Gränicherstrasse bei der Verzweigung Rundhaus.»

Das bedeutet, wie Oliver Fischer, der örtliche Bauleiter, bestätigt, dass von Gränichen herkommende Fahrzeuge beim Rundhaus während der Bauzeit des dort entstehenden Kreisels nicht nach links in Richtung Entfelden abbiegen dürfen.

Nach Angaben von Roger Hirt wird das Verbot voraussichtlich bis Ende Juni 2019 gültig sein. Wer von der Tramstrasse oder von Hunzenschwil her zum Kreuz-Knoten gelangt, kann dagegen beim Rundhaus weiterhin geradeaus in Richtung Entfelden fahren.

Umleitung via Weltimatt

Was aber geschieht mit dem Verkehr vom Wynental her? Wie Oliver Fischer klar macht, werden diese Fahrzeuge eingangs Suhr nach links in die Ringstrasse einbiegen. In der Folge werden sie via Obertelweg zum Weltimat-Kreisel weitergeleitet, wo sie in die Suhrentalstrasse einmünden können.

Die Route durch die Weltimatt galt bisher schon als beliebte Ausweichroute, die es ermöglichte, die Ortsdurchfahrt von Suhr zu vermeiden und parallel zur Bernstrasse West in Richtung Entfelden, Suhrentalstrasse und Autobahnanschluss Aarau West zu gelangen. Ein klassischer, nicht unbedingt gerne gesehener «Schleichverkehr».

Darin, dass der Verkehr von Gränichen zur Suhrentalstrasse nun während rund eineinviertel Jahren offiziell über die Weltimatt umgeleitet wird, erkennt Oliver Fischer kein Problem. Viele Fahrzeuge, sagt er, seien es nicht, die bisher beim Rundhaus nach links abgebogen seien. Es mache durchaus Sinn, diese Phase wegzulassen und den stärker frequentierten Spuren eine längere Phase zu gewähren.

Fischer sieht die bisherige Praxis realistisch: Die meisten Automobilisten seien doch jetzt schon «hintenrum» gefahren – über die Weltimatt. Demzufolge sei nur mit einer geringen Verkehrszunahme auf dem «Schleichweg» zu rechnen. Die Folge davon: Auch für den Weltimatt-Kreisel habe der neu dazu kommende Mehrverkehr keine gravierenden Auswirkungen.

«Kapazität schon ausgeschöpft»

Schon der Konzeptbericht 2013 zum Verkehrsmanagement Region Aarau hatte festgestellt: «Die Überlastungen an den Knoten Bären und Kreuz führen zu Schleichverkehr in den Gemeinden Suhr und Gränichen.

Als Ausweichroute Richtung Westen wird von Gränichen her die Gemeindestrasse Obertelweg–Suhrgasse–Weltimatt benutzt.» Im selben Bericht war die Rede davon, dass vor dem Knoten Weltimatt sowohl in den Morgen- als auch in den Abendstunden Staus entstünden. Die Kapazität des Knotens sei «im Ist-Zustand bereits ausgeschöpft».

Ein Problem im Zusammenhang mit der Umleitung via Obertelweg, sagt der örtliche Bauleiter, könnte allenfalls darin bestehen, dass der im Bau befindliche Radweg, der ebenfalls durch die Weltimatt führt, noch immer nicht fertig ist.

Demnächst, im Frühjahr 2018, soll dies aber der Fall sein. Und dann sollte es zu keinerlei Friktionen mehr kommen. Die Grossbaustelle in Suhr nimmt dieser Tage nun aber richtig Gestalt an – und damit auch die Umleitung. Die Lichtsignalanlage beim Rundhaus wurde gestern Montag demontiert und durch ein Provisorium ersetzt.