Aarau

Umbau vorgezogen: Aarauer Handarbeits-Stübli zieht in die Brockenstube

Die Brockenstube befindet sich seit 1989 am Ziegelrain.

Die Brockenstube befindet sich seit 1989 am Ziegelrain.

Die Brocki der Gemeinnützigen Frauen Aarau wird umgebaut. Was ursprünglich für Sommer geplant war, wurde nun vorgezogen. Die Eröffnung ist für Herbst vorgesehen.

Seit 104 Jahren gibt es die Brockenstube der Gemeinnützigen Frauen Aarau, sechs Mal ist sie umgezogen, seit 1989 befindet sie sich am Ziegelrain. Und seither ist in der Brocki nichts mehr verändert worden. Sie ist, wie sie ist: vollgestopft, eng, jedes Jahr ein bisschen mehr, ein Eldorado für Schatzsucher.

Das ändert sich jetzt: Die Brocki wird in diesen Wochen umgebaut. «Es bleibt kein Stein auf dem andern», sagt Bea Bossard, Präsidentin der Gemeinnützigen Frauen. Es wird beispielsweise einen Personenlift geben, der alle drei Etagen erschliesst. Und künftig wird das zweite Obergeschoss mit den Bildern, zu dem bislang nur kunstinteressierte Kunden Zugang erhielten, öffentlich gemacht und zu einem Ausstellungs- und Eventraum mit Küche umgebaut.

Handarbeits-Stübli soll sichtbar werden

Die grösste Neuerung aber: Das Handarbeits-Stübli wird in die Brocki integriert. Im hinteren Bereich im Parterre, als «Shop-in-Shop», abgetrennt vom Brocki-Bereich. Das Lokal an der Milchgasse wird Ende September aufgegeben. «In der Milchgasse fehlt die Laufkundschaft», sagt Bea Bossard zu diesem Schritt. «Mit der Integration des Stüblis in die Brocki wollen wir es sichtbarer machen.» Sichtbarer und erfolgreicher. «Das verstaubte Image der Bettsocken-Lieferantinnen ist längst schon überholt. Die Frauen stricken wunderbare, moderne Sachen. Das wollen wir den Kunden zeigen.» Eine Änderung gibt es auch in der Leitung des Stüblis: Anne Marie Geitlinger übergibt ihr Amt nach sieben Jahren an Angelika Frei.

Eigentlich wären die Umbauarbeiten während der Sommerferien geplant gewesen. Diese Arbeiten wurden nun vorgezogen. «Aktuell räumt das Brocki-Team alles aus und sortiert», sagt Bossard. Das sei dringend nötig, in all den Jahren hätten sich Berge von Dingen angesammelt, die nie und nimmer wieder verkauft werden können. Blumentöpfe zum Beispiel, Bücher, Motorradkleidung oder Kindervelohelme. Künftig werde man etwas strenger sein bei der Annahme, sagt Bossard. Der Brocki-Groove bleibe aber bestehen: «Das wird keine Schickimicki-Boutique, es ist und bleibt eine Brocki.»

Ausgaben waren wegen Corona nicht unumstritten

Den Umbau stemmen die Gemeinnützigen Frauen Aarau (rund 420 Mitglieder) aus den Rücklagen der vergangenen Jahre. Ausgaben, die wegen Corona intern nicht unumstritten waren, haben die Gemeinnützigen Frauen doch auch die Trägerschaft von vier Kitas inne. Kitas, die aktuell finanziell arg gebeutelt werden. «Aber wir schaffen beides, unter dem Strich reicht es», sagt Bea Bossard.

Das Eröffnungsfest für die umgebaute Brocki ist für September geplant.

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