Nach 28-jähriger Tätigkeit in Exekutivbehörden wird Regina Jäggi im Herbst nicht mehr zu den Stadtratswahlen antreten. Dies teilte gestern Freitag ihre Partei, die SVP Aarau-Rohr, mit. 1990 wurde Jäggi in Rohr Gemeinderätin, 1994 Gemeindeammann und, nach der Fusion, 2010 Stadträtin in Aarau. Sie war als solche zuständig für die öffentliche Sicherheit, die öffentlichen Anlagen und das Entsorgungswesen der Stadt. Sie wird dieses Jahr 60-jährig.


Die SVP-Ortspartei nimmt den Entscheid, wie sie in einer Medienmitteilung festhält, mit Bedauern zur Kenntnis. Sie akzeptiere jedoch Regina Jäggis Wunsch, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen. Völlig überraschend kommt der Verzicht der einzigen SVP-Vertreterin im Stadtrat für ihre Partei nicht. Wie Einwohnerrat Beat Krättli auf Anfrage durchblicken lässt, rechnete man in der SVP einerseits damit, dass Regina Jäggi zur Wiederwahl antreten werde. Andererseits, so Krättli weiter, habe die Parteiführung seit ein paar Wochen Kenntnis davon gehabt, dass sich ihre Stadträtin möglicherweise aus persönlichen Gründen anders entscheiden könnte.


Diesen Entscheid musste die Partei abwarten, bevor sie das weitere Vorgehen für die Wahlen im Detail festlegen kann. Jäggis Verzicht durchkreuzt nun ein Stück weit die Pläne der SVP Aarau-Rohr für den Wahlherbst. Erklärtes Ziel war es gewesen, mit zwei Kandidaturen zu den Stadtratswahlen anzutreten – idealerweise mit der Bisherigen als Zugpferd. Ohne die bisherige Amtsträgerin dürfte das Ganze nun aber, wie Beat Krättli andeutet, auf eine Einerkandidatur hinauslaufen.

Abgesegnet ist noch nichts, doch Vorstandsmitglied Marc Dübendorfer bestätigt, dass der erweiterten Parteileitung an der Sitzung vom kommenden Dienstag ein entsprechender Antrag vorliegen werde. Das letzte Wort hat die Generalversammlung vom 17. Februar. (uw)