Dieser Entscheid kommt überraschend: Der Buchser Einwohnerrat genehmigte am Donnerstag Abend mit 21 Ja zu 16 Nein (alle FDP- und fast alle SVP-Ratsmitglieder) bei 2 Enthaltungen (Stefan Steul, Marc Jaisli, beide SVP) einen Wiedereintritt in das Projekt «Zukunftsraum Aarau». Konkret: für die Investition von rund 125'000 Franken. Dies wäre der Buchser Beitrag an die nächste Stufe im «Zukunftsraum», die Fusionsanalyse. Dort prüfen die Gemeinden Suhr, Densbüren, Ober- und Unterentfelden sowie die Stadt Aarau, welche Vor- und Nachteile eine Fusion (mit allen oder nur einzelnen Partnern) bringen würde. Buchs hat sich vor mehreren Jahren aus dem Projekt zurückgezogen.

Doch sicher ist noch gar nichts. Denn der gestrige Entscheid kommt vors Volk. Das wäre nicht zwingend nötig gewesen, der Einwohnerrat hat aber auf Antrag von Beat Spiess (FDP) ein behördlich angeordnetes Referendum beschlossen – mit 20 Ja zu 19 Nein. Voraussichtlich kommt die Vorlage im Februar 2019 an die Urne; für den nächsten Abstimmungstermin im November reiche es sicher nicht mehr, sagte Gemeindeschreiberin Cornelia Byland gestern.

Der Gemeinderat hatte den Kreditantrag für den Wiederbeitritt zwar beantragt. Allerdings nur, weil er, auch nach Eingang diverser politischer Vorstösse in den letzten Monaten (Petition, Postulat, Motion), eine politische Diskussion ermöglichen wollte. Das Fünfergremium ist selber dezidiert dagegen, dass Buchs die 125'0000 Franken ausgibt, wie Ammann Urs Affolter gestern nochmals bekräftigte.

Steuern steigen auf 108 Prozent

Ein Argument der «Zukunftsraum»-Befürworter in Buchs ist die schlechte Finanzlage der Gemeinde. Diese führte gestern auch dazu, dass der Rat eine Steuererhöhung um 8 Prozentpunkte auf 108 Prozent per 2019 beschloss; und zwar mit nur drei Gegenstimmen.

Das Budget der Einwohnergemeinde (ohne Werke) geht unter diesen Voraussetzungen von einem kleinen Plus von 43'400 Franken aus. Es sieht Nettoinvestitionen von 10,228 Mio. Franken vor. Die Selbstfinanzierung beträgt rund 2 Mio.; die Nettoschuld I pro Einwohner steigt auf fast 2500 Franken.

Ohne Steuererhöhung hätte ein Minus von über 1 Mio. Franken resultiert. «Für die Zukunft der Gemeinde und ihrer Finanzen ist ein derartiges Ergebnis nicht länger zu verantworten und kann nicht akzeptiert werden», so der Gemeinderat in der Einwohnerratsbotschaft. Die Steuerfusserhöhung erfolge «aufgrund der anstehenden grossen Investitionen und der absolut ungenügenden Selbstfinanzierung». Insgesamt werden bis 2022 voraussichtlich 30,7 Mio. Franken investiert, vor allem in Schul- und Strassenbauten. Das wird die Nettoschuld pro Einwohner auf über 3500 Franken hochtreiben (38,8 Mio. Franken).

Auch das Budget kommt noch vors Volk. Ammann Urs Affolter rief die Einwohnerräte dazu auf, beim Volk für eine Zustimmung zu weibeln. «Es ist eine lllusion, zu glauben, man könne nun einfach die Botschaft verschicken und es ist erledigt.» Man müsse sich «ins Zeug legen», damit die Stimmbürger die Lage verstünden.

Öffentlicher Infoanlass zum Budget mit Steuererhöhung am 8.11., 19.30 Uhr, Gemeindesaal Buchs