Die Ausgangslage war nicht einfach: Einerseits ist der Kredit von fast 19 Millionen Franken für das nicht auf Rosen gebettete Buchs ein grosser Brocken. Anderseits wusste niemand, wie das Volk auf die vom Regierungsrat diktierte Steuerfusserhöhung von 100 auf 108 Prozent reagieren würde. Nachdem Buchs einen derartigen Steuersprung zwei Mal abgelehnt hatte, war eine Retourkutsche in Form eines Neins zum in der Sache weitherum unbestrittenen Schulhaus-Kredit nicht ausgeschlossen.

«Steigert Attraktivität von Buchs»

Es gab kein Frust-Nein. Im Gegenteil: Die Buchser stimmten dem Neubau des Risiacher-Schulhauses mit 1268 zu 511 Stimmen zu. Also mit einem Ja-Anteil von 71,3 Prozent – bei einer überdurchschnittlichen Stimmbeteiligung von 42,8 Prozent. Das neue viergeschossige Gebäude bietet Platz für 16 Klassen und soll 2021 in Betrieb genommen werden. Es ersetzt das 50 Jahre alte Schulhaus Risiacher, das so undicht ist, dass es vor Jahren mit einem Notdach versehen werden musste.

«Dieses Abstimmungsergebnis ist ein Beitrag zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde Buchs», erklärt Gemeindeammann Urs Affolter (FDP). Er hatte ein Ja erwartet. «Ich bin aber einigermassen überrascht über die Deutlichkeit des Resultats.» Und wie interpretiert Affolter dieses? Erstens wünsche sich der Souverän gute Schulräume für die Kinder. Zweitens hätten die Stimmbürger verstanden, dass sich Gemeinde- und Einwohnerrat um eine günstige aber qualitativ gute Lösung bemüht haben. «Jetzt legen wir voll los», verspricht Affolter. Einer der nächsten wichtigen Schritte wird das Baugesuch sein.

SVP-Niederlage bei Einbürgerung

Eine klare Sache war auch die Abstimmung darüber, wer künftig in Buchs die Einbürgerungen vornehmen soll. Mit 1222 zu 525 Stimmen beschloss der Souverän, dass die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an Ausländer neu durch den Gemeinderat erfolgt – so wie das in vielen anderen Dörfern auch der Fall ist. Der Normalbürger kann sich – wie bisher – einschalten, indem er auf die obligatorische öffentliche Publikation des Einbürgerungsgesuchs hin eine Eingabe macht. Die SVP wollte als einzige aller Parteien die Einbürgerungs-Hoheit weiterhin in der Hand des Einwohnerrats wissen und hatte deshalb die Ablehnung der Gemeindeordnungs-Änderung an der Urne empfohlen. Der Fall «Funda Yilmaz» brachte die Gemeinde im Jahr 2017 in die Schlagzeilen.