Im letzten Jahr wurden an Pfingstsamstag so viele Bücher ausgeliehen wie an keinem anderen Tag: 2038. Die beiden anderen Rekordtage waren ebenfalls Samstage: der 27. August und der 19. Februar. An solchen Tagen werden im Durchschnitt 300 Medien pro Stunde ausgeliehen und gleich viele zurückgenommen. An den drei Ausleihestationen bilden sich an solchen Tagen Warteschlangen.

Übers ganze Jahr gesehen veränderte sich die Zahl der Ausleihen praktisch nicht, sie lag bei fast 300000. Zwei Drittel davon waren keine Bücher sondern Hör-CDs, DVDs und Computerspiele. Rund 160000 Personen besuchten die Stadtbibliothek. Dabei konnten die Interessierten auch an 102 Veranstaltungen teilnehmen.

Die Hitparade der Ausleihungen zeigt wenig Überraschendes: Bei den Kinderbüchern führt noch immer Globi die Rangliste an, bei den Hörbüchern ist es Harry Potter sowie die «Verblendung» von Stieg Larsson. Von den Spielfilme wurde «Zweiohrküken», «Avatar» und «Eat, pray, love» am häufigsten ausgeliehen.

Martin Suter an der Spitze

Bei den Romanen für Erwachsene führt Martin Suter die Spitze an mit «Der Koch» und «Allmen und die Libellen», von denen die Bibliothek je 6 Exemplare besitzt. Auf Rang drei folgt «Zeit deines Lebens» von C. Ahern.

Neu stellte die Stadtbibliothek den Aarauer Arztpraxen und Beratungsstellen eine Mini-Bibliothek für Kinder zur Verfügung. Die Kisten können im 5-Jahresabonnement erworben werden und werden jährlich ausgewechselt.

Jährlich erneuert die Stadtbibliothek von über 52000 Medien und 15 Prozent. «Eine hohe Erneuerungsquote ist absolut zentral, damit die Bibliothek gut genutzt wird», schreiben die Verantwortlichen im Jahresbericht. Als Beispiel werden Detektive genannt, die heute für ihre Ermittlungen Wikipedia, Mobiltelefon und GPS benutzen. Auch die Covers würden nach wenigen Jahren nicht mehr dem Zeitgeist.

Im vergangenen Jahr 2011 waren für den Betrieb der Stadtbibliothek 1,3 Millionen Franken nötig. Knapp 400000 Franken hoch war der Ertrag. Der Aufwandüberschuss wird von der Stadt Aarau finanziert. Zehn kleinere der umliegenden Gemeinden unterstützten die Bibliothek mit 25 Franken pro eingeschriebenem Kunden. (kus)