Unterentfelden
Überschuss von 139'000 Franken: «Wir sind noch nicht über den Berg»

Der Gemeinderat präsentiert ein Budget mit einem Ertragsüberschuss von 139000 Franken. Nachdem man zwei Jahre in folge den Steuerfuss um 5% erhöhte und das keine schwarzen Zahlen brachte, scheint es nun endlich Erfolg zu haben.

Hubert Keller
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Das Gemeindehaus von Unterentfelden

Das Gemeindehaus von Unterentfelden

Katja Schlegel

Zweimal hintereinander verlangte der Gemeinderat von seinen Steuerzahlern je fünf Prozent mehr Steuern, für schwarze Zahlen reichte es trotzdem nicht. Im 2014 wurde ein Minus von 450 000 Franken abgerechnet, die Rechnung für 2015 ist noch nicht gemacht.

Dennoch scheint die Rosskur, die der Gemeinderat dem Steuerzahler zugemutet hat, zu fruchten: Das Budget 2016 weist bei Aufwand und Ertrag von je rund 16 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 139 000 Franken aus.

Der Steuerfuss beträgt aktuell 113 Prozent. Eine weitere Erhöhung zog der Gemeinderat nicht in Betracht. Geholfen hat, dass die Abfallbeseitigung seit Anfang Jahr eigenwirtschaftlich geführt wird, auch wenn entgegen dem Wunsch des Gemeinderates der Souverän die Einführung von Grünabfuhrgebühren verweigerte.

«Wie weit mit den ab diesem Jahr gültigen Gebühren die Eigenwirtschaftlichkeit erreicht wird, muss sich weisen», schreibt der Gemeinderat in seinem Kommentar zum Budget. Gross sollte die Rechnung der Einwohnergemeinde aber nicht mehr durch Entsorgungskosten belastet werden.

Zur allgemeinen finanziellen Situation der Gemeinde meint der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Kurt Häfliger: «Wir sind noch nicht über den Berg.» Immerhin sei er vorsichtig optimistisch. «Wichtig wäre, wir könnten die Investitionen aus eigener Kraft stemmen und müssten nicht noch mehr Schulden machen.»

Leicht weniger Steuereinnahmen

Der Steuerertrag der natürlichen Personen wird mit 10,15 Millionen Franken um 50 000 Franken tiefer budgetiert als für dieses Jahr. Auch bei den Quellensteuern erwartet man um 15 000 Franken weniger Einnahmen, nämlich 300 000 Franken.

Und bei den juristischen Personen budgetiert der Gemeinderat aufgrund der Verringerung des Gewinnsteuertarifs und der erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen 80 000 Franken weniger, nämlich insgesamt 800 000 Franken.

«Wir sparen», sagt Kurt Häfliger und mahnt: «Bei manchen Ausgabeposten heisst das nur: aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.» Auf der Aufwandseite wirkt sich der Minderaufwand bei der Schule und bei der Pflegekostenfinanzierung positiv auf das Budget aus. «Bei der Schule wurden Ausgaben, die nicht dringend notwendig sind, gestoppt», sagt Häfliger.

Negativ beeinflusst wird das Budget durch grössere Ausgaben bei den Schulgeldern (Kantonsschulen und Berufsschulen) und beim Strassenunterhalt. Zudem entstehen Mindereinnahmen, weil der Kanton bei den Entschädigungen an die Sozialhilfekosten Abstriche macht.

Nicht budgetiert ist die Übernahme eines allfälligen Defizits der Kinderkrippen-Filiale Unterentfelden von maximal 50 000 Franken; dabei handelt es sich um eine Eventualverpflichtung.

Die Lohnsumme des Gemeindepersonals wird um 0,5 Prozent erhöht. Mit diesem Geld kann der Gemeinderat individuelle Erhöhungen bewilligen, generelle Lohnanpassungen seien aber nicht geplant.

Die Investitionen der Einwohnergemeinde belaufen sich auf netto 1,8 Millionen Franken; die Eigenwirtschaftsbetriebe nicht inbegriffen. Knapp zwei Drittel der Investitionen fallen im Bereich der Bildung an; es betrifft dies Unterhalts- und Instandstellungsprojekte.

Des Weitern wird in den Umbau der Wohnung im Werkhof, die Asylbewerbern zur Verfügung gestellt wird, investiert. Ein dekretsgemässer Beitrag geht an die Sanierung der Suhrenbrücke und die WSB-Übergänge sowie eine weitere Tranche des Rahmenkredits an Strassensanierungen.

Bei der Wasserversorgung kann der Gemeinderat einen Ertragsüberschuss von 110 000 Franken budgetieren, Geld, das für künftige Investitionen zur Verfügung stehen wird.

Bei der Abwasserbeseitigung wird dafür mit einem Aufwandüberschuss von 110 000 Franken gerechnet. Das lasse sich allerdings angesichts des Vermögens von über 3,5 Millionen Franken verantworten, meint der Gemeinderat.