Aarau
Überraschender Kompromiss beendet den Streit um Fenstergitter des Kaufhauses

Die Mitarbeitenden des Verkehrsbüros zügeln ins Aarauer Kaufhaus – und müssen dort Kunden auf einer Seite hinter vergitterten Fenstern empfangen. Obwohl die Umbaupläne keine Gitter vorsahen, hat sich nun die Altstadtkommission durchgesetzt.

Hermann Rauber
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Bei den mit Holz verschalten Fenstern gibt es künftig keine Gitter mehr, die Fenstergitter zur Laurenzentorgasse (rechts) bleiben. pi

Bei den mit Holz verschalten Fenstern gibt es künftig keine Gitter mehr, die Fenstergitter zur Laurenzentorgasse (rechts) bleiben. pi

Pascal Meier

Der Streit um die schmiedeeisernen Fenstergitter am Aarauer Kaufhaus konnte doch noch gütlich beigelegt werden (az vom 6.2.). Die Zeugen einheimischer Handwerkskunst bleiben auf der Südseite gegen die Laurenzentorgasse hin erhalten, die Eingangsfront an der Metzgergasse hingegen darf so bleiben, wie sie sich nach den jüngsten Bauarbeiten präsentiert, nämlich ohne Gitter und mit vergrösserten Fenstern.

Stadtpräsidentin Jolanda Urech ist froh, dass die Unstimmigkeiten jetzt «in Minne» beigelegt werden konnten. Denn der Standort für das Verkehrsbüro im Herzen der Altstadt sei nach wie vor richtig, ja «optimal».

Kehrtwende des Stadtrates

Das Einlenken des Vereins Aarau Standortmarketing (VAS) kommt überraschend. Denn die ursprünglichen Umbaupläne sahen einen gänzlichen Verzicht auf die knapp hundertjährigen Gitter vor. Ende November des letzten Jahres bestätigte der Stadtrat dieses Vorgehen.

Doch die Altstadtkommission, eigentlich nur ein beratendes Organ der Aarauer Exekutive, beharrte auf dem Erhalt der ursprünglich für die Post montierten Schutzvorrichtungen und setzte sich mit ihrer denkmalschützerischen Argumentation durch.

Immerhin bleiben die Anfang Jahr bereits demontierten Gitter an der Front zur Metzgergasse nun definitiv im Depot des städtischen Werkhofes. Auf diesen Kompromiss einigten sich die beiden beteiligten Parteien.

Nicht mehr kommentieren will den stadträtlichen Entscheid Esther Schmid, Leiterin des Verkehrsbüros aarau info. «Er ist nicht nach unseren Wünschen ausgefallen, doch wir müssen damit leben», sagt sie und macht sich nun an die Vorarbeiten für den Umzug.

Einweihung Ende Juni

Damit steht der Unterzeichnung des entsprechenden Mietvertrags durch den Verein Aarau Standortmarketing und der Stadt nichts mehr im Wege. Es gehe, so Marcel Suter, Vorstandsmitglied des VAS, lediglich noch um die Regelung von «ein paar Details», etwa um die Nutzung des Vorplatzes.

Das Verkehrsbüro aarau info wird wie vorgesehen Ende Mai vom bisherigen Standort am Schlossplatz 1 in die ehemalige, seit bald zwei Jahren leer stehende Postfiliale zügeln. Die offizielle Eröffnung am neuen Ort soll am Samstag, 28. Juni, erfolgen, gleichzeitig mit der festlichen Übergabe des Wakker-Preises an die Stadt Aarau.

Bis zu diesem Datum sollte laut Stadtpräsidentin Jolanda Urech auch der neue Leistungsvertrag mit dem Standortmarketing unter Dach und Fach sein. Dieser läuft Ende Jahr aus und dürfte, so hofft der VAS-Vorstand, im bisherigen Umfang für drei weitere Jahre erneuert werden. Das gilt nicht zuletzt auch für die Unterstützung durch öffentliche Mittel.