Densbüren
Überraschende Kandidatenflut: Im 700-Seelen-Dorf wollen sieben Leute in den Gemeinderat

Die Densbürer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger müssen den Kopf bei der Sache haben, wenn Sie den Wahlzettel für die Gesamterneuerungswahlen vom 24. September ausfüllen.

Nadja Rohner
Drucken
Teilen
Streben neu ein Gemeinderatsamt an (von links): Roger Senn (58, Asp), Colette Truttmann (33, Densbüren) und Roland Senn (34, Asp).

Streben neu ein Gemeinderatsamt an (von links): Roger Senn (58, Asp), Colette Truttmann (33, Densbüren) und Roland Senn (34, Asp).

az

In den Gemeinderat wollen nämlich zwei Roger, zwei Roland und ein Robert – und der Familienname «Senn» kommt zweimal vor. Für die fünf Gemeinderatssitze bewerben sich insgesamt sieben Personen, davon drei Neue.

Die Ausgangslage: Ammann Roger Meyer (47, Densbüren) und Vizeammann Robert Wernli (51, Asp) treten wieder an, ebenso die Gemeinderäte Martin Müller (53, Asp) und Roland Nussbaum (53, Densbüren). Fritz Fasler verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Neu in den Gemeinderat wollen Colette Truttmann (33, Densbüren), Roland Senn (34, Asp) und Roger Senn (58, Asp).

Zollfachfrau und junges Mami

Colette Truttmann ist im Freiamt aufgewachsen und lebt mit Mann und Kindern (4 und 1) seit zwei Jahren in Densbüren. Sie arbeitet als Zollfachfrau in Aarau und ist leidenschaftliche Volleyballerin. «Ich will mich fürs Dorf einsetzen», sagt sie zu ihrer Motivation für die Kandidatur. «Es wäre gut, wenn jemand jüngeres in den Gemeinderat gewählt wird. Dadurch, dass ich nicht hier aufgewachsen bin, habe ich einen frischen Blick aufs Dorf.»

Schachspieler und Historiker

Als Ur-Densbürer kann man Roland Senn bezeichnen. Der Historiker ist derzeit als Doktorand am Institut für ältere Schweizergeschichte der Universität Bern tätig, besonders interessiert ihn die Geschichte der Schweiz im 16./17. Jahrhundert. Er wohnt bei den Eltern in Asp und arbeitet zudem noch in der Metallbaufirma seines Vaters. Er ist leidenschaftlicher Schachspieler (Nationalliga B) und engagiert sich in diesem Gebiet auch stark in der Nachwuchsförderung. Zudem ist er in der Densbürer Kirchenpflege. Gemeinderat werden will Roland Senn unter anderem, weil er sich beruflich viel mit den Themen Staat und Demokratie beschäftigt. «Ausserdem habe ich genügend Zeit für das Amt», sagt er.

Ausbildner und Sammler

Auch Roger Senn ist im Dorf aufgewachsen, im Ortsteil Asp. Dort wohnt er mit Frau und Sohn, die Tochter ist erst gerade ausgezogen. Roger Senn arbeitet als Ausbilder bei der Krankenkasse CSS in Solothurn. In der Freizeit reist Roger Senn gern und verbringt Zeit mit der Familie – und geht einem speziellen Hobby nach: Er sammelt Schweizer Soldatenmarken aus dem 1. und 2. Weltkrieg. Ausserdem ist er Präsident der Schützengesellschaft Asp. «Ich will Gemeinderat werden, um die Interessen der Bevölkerung vertreten zu können, weil ich gerne mit Menschen arbeite und weil ich Veränderungen herbeiführen will», sagt er. Behördenerfahrung konnte er schon während 10 Jahren in der Schulpflege sammeln.

Erfreuliche Ausgangslage

Dass nach Ablauf der ordentlichen Anmeldefrist für den ersten Wahlgang gleich sieben Kandidaten zur Verfügung stehen, ist in Densbüren ein Grund zur Freude – zumindest aus demokratischer Sicht. Bei den Wahlen vor vier Jahren war es nämlich ungleich schwieriger, genügend Kandidaten zusammenzubringen. Das hing auch damit zusammen, dass gleich drei Bisherige auf eine erneute Kandidatur verzichteten.

Aktuelle Nachrichten