Aarau
Über 100 Aktivitäten: fünf Wochen Ferienprogramm für 30 Franken

Malen, klettern, Comics zeichnen, Cupcakes backen: Mit dem Ferienpass bietet der Elternverein den Schülern für pauschal 30 Franken über 100 Aktivitäten. Ein finanzieller Kraftakt.

Pascal Meier
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Rund 300 Schüler nutzen den Ferienpass. Gut besucht war diese Woche auch der Kurs «Kunstwerke aus Draht löten». zvg

Rund 300 Schüler nutzen den Ferienpass. Gut besucht war diese Woche auch der Kurs «Kunstwerke aus Draht löten». zvg

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Aarauer Schüler, die ihre Sommerferien in der Stadt verbringen, haben ein Privileg: Ein riesiges Freizeitprogramm, fast gratis und erst noch vor der Haustür. Der Elternverein Aarau führt derzeit mit dem Familienclub Rohr zum neunten Mal den Ferienpass durch.

Dieser bietet unzählige Aktivitäten an: Vom afrikanischen Trommeln über den Besuch in der Metzgerei bis hin zum Experimentieren im Paul-Scherrer-Institut (PSI) ist in Villigen für jeden Geschmack etwas dabei.

Durch den Ferienpass lernen Schüler und Kindergärtner auch, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert und was die grün gekleideten Männer vom Zivilschutz tun. Wer sich Zeit nimmt, kann während acht Tagen Tastaturschreiben lernen.

Was ins Auge sticht: Die Liste aller Angebote ist mit 110 verschiedenen Aktivitäten sehr lang und die Kosten mit pauschal 30 Franken pro Kind sehr tief. Das zweite Kind der gleichen Familie zahlt nur 20 Franken, jedes weitere 10.

Wie macht der Elternverein das? «Unser Team arbeitet ehrenamtlich, und wir können auf grosse Unterstützung zählen», sagt Christina Biland, Leiterin der zehnköpfigen Arbeitsgruppe, die im Elternverein den Ferienpass organisiert. «Mit dem Verkauf der Ferienpässe, die zum Besuch beliebig vieler Kurse berechtigen, können nur 40 Prozent der Kosten gedeckt werden.»

Besuch bei Radio Argovia

Es sind zum einen Gönner und Sponsoren, die den Ferienpass möglich machen; allen voran die Stadt Aarau, der örtliche Kiwanis Club, der Gemeinnützige Frauenverein Aarau sowie Pro Juventute.

Zudem bieten Firmen, Institutionen und Vereine kostenlose Kurse und Führungen an, darunter das Museum Naturama, Radio Argovia, die IBAarau, die Kehrichtverbrennungsanlage Buchs und der Tierpark Roggenhausen.

Dennoch muss das «Ferienpass»-Team für viele Kurse Organisatoren und kompetente Kursleiter suchen. Das ist nicht einfach. «Wir haben den Ferienpass das ganze Jahr im Hinterkopf», sagt Christina Biland.

«Wenn wir ein spannendes Angebot sehen oder davon hören, fragen wir nach.» Vieles laufe über persönliche Kontakte. So seien dieses Jahr unter anderem die Kurse für Origami-Papierfalten und Comics-Zeichnen zustande gekommen.

«Immer wieder melden sich auch Vereine bei uns, die von sich aus einen Kurs anbieten möchten», sagt Biland. Dies sei eine Win-win-Situation. «Die Kinder können Neues ausprobieren und die Vereine vielleicht ein neues Mitglied gewinnen.»

Dieses Jahr machen rund 300 Kinder mit, was etwas unter dem Durchschnitt liegt. «Die Beteiligung schwankt von Jahr zu Jahr und ist abhängig von anderen Angeboten wie Jugend- und Sportlager», sagt Christina Biland.

Eine möglichst grosse Beteiligung sei nicht das Ziel des Elternvereins. «Wir wollen ein qualitativ hohes Angebot bieten, das wir bewältigen können – und freuen uns, wenn Kinder begeistert sind, etwas völlig Neues ausprobieren zu können.»

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