Aarau
Trotz weniger Badegäste gab es im Freibad Schachen viel Arbeit

Chef-Badmeister René Hächler und sein Team hatten in diesem Sommer alle Hände voll zu tun — obwohl es im Juli und August häufig nass war. Der Hochdruckreiniger wurde in diesen Monaten besonders häufig benutzt. «Langweilig wurde es nie», sagt er.

Carla Stampfli
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René Hächler musste die Becken häufiger als sonst reinigen.

René Hächler musste die Becken häufiger als sonst reinigen.

Ces

Gemächlich gleitet ein Schwimmer auf dem Rücken durch das Wasser, am Beckenrand döst ein Badegast auf seinem Frotteetuch, die Sonne strahlt. Ruhig ist es, an diesem Morgen im Freibad Schachen in Aarau. Es sind die letzten Tage, an denen die Badegäste ihre Bahnen ziehen und Sonne tanken: Am Sonntag geht die Badi-Saison zu Ende.

Im Kassenhäuschen blättert Chef-Badmeister René Hächler durch ein Tagebuch. Darin hält er das Wetter, die Eintritte, den Chemikalienverbrauch und weitere Eckdaten fest. «Anhand der Angaben verfassen wir den Saisonbericht», sagt Hächler, der seit 1993 im Aarauer Freibad tätig ist. Klar ist: Die Badis wurden dieses Jahr aufgrund der verregneten Monate schlecht besucht. Wie sieht es in Aarau aus? Insgesamt 90 200 Eintritte hat Hächler bis Ende August in das Tagebuch notiert, bis zur Schliessung rechnet der 49-Jährige mit rund 100 000 — fast 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, aber doch rund 10 000 Eintritte mehr als 2010.

Juni hui, Juli und August pfui

Nicht überraschend ist denn auch René Hächlers Aussage, dass die Saison «mässig» war. «Aber wie der Name bereits sagt, wir sind ein Freibad und somit vom Wetter abhängig», sagt Hächler. Während sich über Pfingsten — der Sonntag ging als einer der wärmsten in die Geschichte der Wetteraufzeichnungen ein — so viele Gäste wie noch nie im Freibad vergnügten, war die Badi im Juli und August unterdurchschnittlich wenig besucht.

Die Badmeister sind jeden Tag im Einsatz

Gab es also für den Chef-Bademeister einen entspannten Sommer? Keineswegs: «Der Rasen und die Sträucher wuchsen viel schneller. Durch den Regen waren auch die Verunreinigungen grösser», sagt René Hächler, der gemeinsam mit zwei weiteren Badmeister sowie Aushilfen für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Vermehrt mussten die Umrandungen der Becken mit Hochdruckreiniger geputzt, die Garderoben gereinigt, der Rasen gemäht und die Sträucher geschnitten werden. «Langweilig wurde es nie, es gab immer etwas zu tun», sagt der Familienvater. Ob in Shorts und T-Shirt oder in warmen Pullover, Jacke und langen Hosen, egal wie das Wetter ist, die Badmeister sind seit der Saisoneröffnung Ende April jeden Tag im Einsatz.

Laub hat sich angesammelt

«Dass die Arbeit so vielfältig ist, schätze ich sehr», sagt René Hächler während er das Kassenhäuschen verlässt. Auf der Höhe der Garderoben zeigt er nach unten und sagt: «Schon wieder Laub am Boden!» Die Blätter, so der Teufenthaler, werde er später noch entfernen müssen.

Bis in den November hinein wird das Bademeisterteam mit Unterhaltsarbeiten und Reinigung der Anlage beschäftigt sein, für die Badegäste ist die Saison am Sonntag zu Ende. «Am letzten Tag verabschieden wir uns von den Leuten. Ein speziell grosser Andrang wird es aber nicht geben», sagt Hächler. Wie viele kommen werden, sei — wetterabhängig.