Aarau

Trotz warmem Winter ist die IBAarau zufrieden mit dem Geschäftsjahr

Die IBAarau erzielt 20 Millionen Reingewinn und wartet weiterhin auf die Konzessionserneuerung für das Aarekraftwerk.

Die überdurchschnittlich warme Witterung reduzierte 2014 die Strom- und Erdgaslieferungen der IBAarau spürbar. Dennoch hat die IBAarau Gruppe in allen Aktivitäten positive Jahresergebnisse erzielt und das Jahresbudget übertroffen. Der Reingewinn beträgt dank gestiegenen Renditen auf den Wertschriftenanlagen 20 Millionen Franken und ist damit praktisch gleich hoch wie im umsatzstärkeren Vorjahr.

Die Gesamtleistung der IBAarau-Gruppe beläuft sich auf 147,5 Millionen Franken, rund drei Prozent unter Vorjahreswert. Die Bilanzsumme hat sich um 17,2 Millionen auf 454 Millionen erhöht. Wie die IBAarau weiter mitteilt, widerspiegeln sich im operativen Ergebnis (Ebit) von 16,9 Millionen Franken witterungsbedingte Einflüsse. Die Abnahme beträgt 0,9 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert.

Dividende von 23 Franken

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung empfehlen der Generalversammlung eine Dividendenausschüttung von 23 Franken pro Aktie, was einer leichten Erhöhung gegenüber den beiden Vorjahren entspricht. «Damit zeigen wir, dass die IBAarau mit breiter Aufstellung weiterhin erfolgreich am Markt bestehen kann», sagt Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Wegen des überdurchschnittlich warmen Jahres hat der Stromabsatz im IBAarau-Netz um 3,9 Prozent auf 519,8 Gigawattstunden (GWh) abgenommen. Die Stromlieferung durch die IBAarau Strom AG hat mit 469,9 GWh beziehungsweise 15,9 Prozent unter dem Vorjahr abgeschlossen. Wie Hans-Kaspar Scherrer erklärt, ist der grosse Rückgang auf die gebündelte Beschaffung eines Grosskunden am freien Markt zurückzuführen.

Der ökologische Weg ist schwierig

Auch der Anteil umweltfreundlich produzierter Stromprodukte ging leicht zurück. Ende Jahr 2014 bezogen 2441 (plus 7) Naturstromkundinnen und -kunden 35,3 GWh (minus 2,6 GWh). Der umweltfreundliche Stromanteil macht somit rund 7 Prozent aus. Bis 2020 sollen es 20 Prozent sein. «Es zeigt sich, wie schwierig und anspruchsvoll es ist, ökologisch produzierten Strom zu einem höheren Preis zu verkaufen.» Auch wenn man im vergangenen Jahr nicht so gut vorwärtsgekommen sei, halte man am Ziel fest. Die Stromproduktion im eigenen Kraftwerk liegt mit 107,5 GWh auf dem langjährigen Mittelwert und um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

2014 hat die IBAarau Kraftwerk AG drei weitere grosse Photovoltaikanlagen realisiert. Per Jahresende umfasst das Portfolio neun Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von rund 0,8 Megawatt. Diese produzieren 0,6 GWh erneuerbare Sonnenenergie. Zusammen mit den Anlagen der Kunden wurden 2014 rund 3 GWh oder etwa 1 Prozent der benötigten Strommenge produziert.

Der Erdgasabsatz reduzierte sich aufgrund der hohen Durchschnittstemperaturen um 55,3 GWh auf 468,2 GWh.

Erwartungen für 2015 leicht über dem Vorjahr

Die Energiezentrale Kasino mit Wärme- und Kälteerzeugung mittels Grundwasserwärmepumpen wurde 2014 in Betrieb genommen. Erste Kunden wurden ab Herbst mit Wärme und Kälte versorgt. Der Verbund Kasino umfasst per Ende 2014 rund 1,7 Kilometer Wärme- und Kälteleitungen.

Im März 2014 starteten die Bauarbeiten zur Energiezentrale Torfeld. Im August folgte der dazugehörende Leitungsbau. Ende 2014 waren rund 1000 Meter Versorgungsleitungen erstellt. Die Inbetriebnahme der Energiezentrale Torfeld ist für die zweite Jahreshälfte 2015 geplant.

«Die Erwartungen für 2015 liegen im operativen Bereich bedingt durch das kalte erste Quartal leicht über dem Vorjahr», teilt die IBA-Geschäftsleitung mit. Aufgrund der Einsprache von Aqua Viva und weiteren Umweltschutzorganisationen gegen die Erteilung der Kraftwerkskonzession des Kantons Aargau wird das Kraftwerkerneuerungsprojekt nochmals um einige Monate verzögert. Bis zum Vorliegen der neuen Konzession könne die IBAarau Kraftwerk AG die bestehenden Kraftwerkanlagen unterbruchsfrei ohne weitere Auflagen betreiben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1