Im Juni 2017 hat die Gmeind die neue Nutzungsplanung Kulturland verabschiedet. Darin enthalten ist eine neue Hochstammbaumschutzzone. Denn im Jahr 1950 gab es in Küttigen fast 20 000 Hochstammbäume, derzeit noch etwa 1800. Der Unterschied ist auf alten und neuen Luftaufnahmen gut sichtbar. «Wir können nicht warten, bis sie ganz verschwinden», sagte vor anderthalb Jahren Viktor Schmid, Mitglied der Küttiger Natur- und Landschaftsschutzkommission, gegenüber der AZ. «Unsere Landschaft wäre nicht mehr dieselbe. Und es würde Jahre dauern, die Hochstämmer zu ersetzen.»

Jetzt schreibt der Küttinger Gemeinderat in einer Mitteilung, man habe Kenntnis von einzelnen illegalen Fällungen von geschützten Hochstamm-Obstbäumen.

Die Gemeinde Küttigen will die bestehenden Exemplare schützen und die Neupflanzung von Hochstammbäumen fördern. Ein auf Gemeindegebiet gefällter Hochstamm-Obstbaum muss ersetzt werden, wenn auch nicht in jedem Fall an Ort und Stelle. Finanzielle Anreize für Neupflanzungen und die Vermarktung von Hochstammbaum-Produkten sollen die heutige Anzahl der Bäume wieder erhöhen. Die Gemeinde selber will im nächsten Jahr ausserdem selber 50 Hochstammbäume pflanzen. Die finanziellen Mittel dafür sind im Budget 2019 eingestellt.

Weil die neue Nutzungsplanung Kulturland aufgrund eines Fehlers der Verwaltung vom Kanton lange nicht genehmigt wurde, ist sie noch nicht rechtskräftig. Das wird voraussichtlich Anfang 2019 ändern. Um die Abholzung weiterer Hochstammbäume trotzdem jetzt schon zu verhindern, hat der Gemeinderat 2016 eine entsprechende Planungszone erlassen – was einem Fällverbot gleichkommt. Ausnahmen, beispielsweise bei kranken Bäumen, müssen bewilligt werden. Darauf weist der Gemeinderat in den aktuellen Gemeindenachrichten nochmals dezidiert hin. (NRO)