Der Aarauer Stadtrat wurde vom Verwaltungsgericht angewiesen, sechs - teils ehemaligen - Angestellten des Altersheims Golatti Lohnnachzahlungen zu leisten. Bei den Lohnberechnungen für die Nachtwachen war ein Fehler passiert. Der Stadtrat entschied jedoch, das Verwaltungsgerichtsurteil vor Bundesgericht zu ziehen.

Der Einwohnerrat hatte dafür gar kein Verständnis. Er überwies letzte Woche deutlich ein dringliches Postulat, das den Stadtrat aufforderte, die Beschwerde zurückzuziehen. Ein Postulat ist allerdings nur eine Aufforderung - mehr dürfte der Einwohnerrat auch nicht machen.

Und der Stadtrat hat nun beschlossen, dass er am Bundesgerichtsverfahren festhalten und sich vom Einwohnerrat nicht dreinreden lassen will.

Der Entscheid, vor Bundesgericht zu gehen, liege in der Kompetenz des Stadtrats, betont dieser in einer Medienmitteilung. "Der Stadtrat ist nach Analyse und in Kenntnis sämtlicher Akten in einer Gesamtbeurteilung zum Schluss gelangt, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts sowohl in der Sachverhaltsermittlung wie auch in der rechtlichen Würdigung wesentliche Mängel enthält. Für den Stadtrat steht zudem die Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden im Zentrum. Sollte der Verwaltungsgerichtsentscheid durch das Bundesgericht wider Erwarten bestätigt werden, würde er daher auch prüfen, wie im Rahmen der Gleichbehandlung mit den weiteren Mitarbeitenden, die nicht geklagt haben, umzugehen ist."

Dieselbe Falschberechnung des Lohns war offenbar auch bei anderen Mitarbeitenden aufgetreten. (NRO)