Küttigen

Trotz Märt-Absage: Landfrauen verkaufen ihre Rüebli – «sie sind sehr gut gewachsen»

Trotz Kälte in Tracht und nur für das Foto ohne Masken – die Küttiger Landfrauen ermöglichten trotz Corona immerhin in Küttigen einen kleinen Rüeblimärt (v.l.): Maja Burgherr, Rachel Stenger, Bettina und Anna Burgherr, Denise Werren, Astrid Haus, Eveline Ottiger. Wegen Corona waren die Rüebli dieses Jahr in Plastiksäcke verpackt.

Trotz Kälte in Tracht und nur für das Foto ohne Masken – die Küttiger Landfrauen ermöglichten trotz Corona immerhin in Küttigen einen kleinen Rüeblimärt (v.l.): Maja Burgherr, Rachel Stenger, Bettina und Anna Burgherr, Denise Werren, Astrid Haus, Eveline Ottiger. Wegen Corona waren die Rüebli dieses Jahr in Plastiksäcke verpackt.

Der Aarauer Rüeblimärt fiel dieses Jahr aus, doch die Küttiger Landfrauen fanden einen anderen Weg, um ihre Chüttiger Rüebli an Frau und Mann zu bringen.

Am Samstag veranstalteten die Landfrauen in ihrem Dorf auf dem Schulhausplatz einen Rüebliverkauf, der von den Liebhaberinnen und Liebhabern des Küttiger Kulturguts gerne genutzt wurde. Gut zwei Tonnen Chüttiger Rüebli konnten die Landfrauen heuer ernten. «Sie sind sehr gut gewachsen», erklärte Maja Burgherr, die im Verein für die Arbeiten rund um die Rüebli verantwortlich ist. Zudem wurde mehr angebaut als früher, man wollte nicht wie am letztjährigen Rüeblimärt bereits zur Mittagszeit ausverkauft sein.

So lag am Samstag eine riesige Menge Rüebli bereit, abgepackt und zu zwei grossen Haufen aufgeschichtet. «Coronabedingt können die Kundinnen und Kunden heuer nicht selbst aussuchen, ob sie eher gerade oder verschlungene kaufen», kommentierte Denise Werren, Präsidentin der Landfrauen, die Verpackung. Doch wie gewohnt sind die weissen Wurzeln nicht gewaschen, damit sie länger haltbar sind. «Draussen, in einer geeigneten Kiste, bleiben sie sicher bis Januar», bestätigten die beiden Fachfrauen Maja Burgherr und Denise Werren.

Chüttiger Rüebli: Nostalgie und Heimatgefühl

Für viele Küttigerinnen und Küttiger sind die Rüebli ein Stück Heimat. Auch Nostalgie schwinge beim Genuss mit, wie Hansruedi Schwammberger erklärte. Er ist im Juradorf aufgewachsen und mit seiner Frau Marlies extra aus Unterkulm angereist, um die Spezialität aus seiner Jugendzeit zu kaufen.

Die Küttiger Ruth und Peter Affentranger kochen die Chüttiger Rüebli gerne mit Speck und tischen sie auf, wenn Besuch kommt. Denise Werren und Maja Burgherr empfehlen, die Chüttiger Rüebli zu kochen, da sie eher wenig Eigengeschmack hätten, oder als Salat mit viel Sauce zu geniessen. «Um mehr Farbe hineinzubringen, kann man sie mit roten Rüebli mischen oder mit Rüeblikraut garnieren», raten die beiden Fachfrauen. Einen besonderen Tipp hat Esther Blétry, nach eigenen Angaben eine alteingesessene Küttigerin. Sie löscht die angedämpften Rüebli mit Weisswein ab, kocht sie dann in Bouillon und gibt zwei Löffeli Zucker dazu.

Wer den Verkauf am Samstag verpasst hat, kann die Chüttiger Rüebli noch in verschiedenen kleinen Lebensmittelläden der Region kaufen.

Impressionen vom Aarauer Rüeblimärt 2019

Impressionen vom Aarauer Rüeblimärt 2019

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