Im Aargau läuft es für die nationale Stromnetzbetreiberin Swissgrid gut. Der Umzug des Hauptsitzes mit rund 400 meist hochqualifizierten Arbeitsplätzen in die Kantonshauptstadt war ein Erfolg. «Wir fühlen uns sehr wohl am neuen Ort», erklärte Swissgrid-CEO Yves Zumwald an der Jahresmedienkonferenz. Das neue Konzept mit Open Office und Desk-Sharing funktioniere, und die Zusammenarbeit unter den Angestellten habe sich merklich verbessert. Auch weil Swissgrid seit Juni 2018 nicht mehr an zwei Orten (Laufenburg und Frick) beheimatet ist.

Für Swissgrid ein Erfolg ist auch, was am Bözberg läuft. Dort wird auf einer Länge von 1,3 Kilometern eine Höchstspannungsleitung (380 Kilovolt) in die Erde verlegt. Das ist eine Schweizer Premiere. Der Abschnitt am «Gäbihübel» ist Teil der des Übertragungsnetzes zwischen Beznau und Mettlen LU. Und dieser wiederum Teil des «Strategischen Netzes 2025», dessen Bau sich Swissgrid 2,5 Milliarden Franken kosten lässt. Allerdings läuft es nicht so schnell, wie sich das die Swissgrid erhoffen würde: «Es gibt überall Einsprachen», erklärt Zumwald.

Kosten markant gesenkt

Was das eigentliche Kerngeschäft betrifft, war 2018 für die Swissgrid ein gutes Jahr: Es gab nur einen nennenswerten Lieferunterbruch von 45 Minuten im Tessin. Und im Oktober hat das Sturmtief «Vaia» vier Masten der 380-kV-Leitung über den Albulapass geknickt – das Problem konnte aber innerhalb von nur anderthalb Tagen gelöst werden.

Die Swissgrid hat letztes Jahr 264 Millionen Franken investiert – 64 Millionen mehr als 2017. Sie konnte ihre Effizienz weiter steigern. Die Kosten gingen stärker zurück als der Umsatz. Letzterer fiel wegen Tarifsenkungen um 40 Millionen Franken.

Grosse Sorgen bereitet dem Unternehmen die Entwicklung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Aus Sicht der Netzwerkbetreiber erklärte CEO Zumwald: «Die Situation ist heute ernst – und sie verschärft sich weiter.» Die Swissgrid werde immer öfter von der Marktentwicklung ausgeschlossen. Und der Brexit verschärfe die Lage eher noch. Alles was die Engländer jetzt nicht bekommen würden, würden später auch die Schweizer nicht bekommen. Kurz: Es fehlt ein Stromabkommen. «Und dafür ist das Rahmenabkommen eine Voraussetzung», so Zumwald.

Der Ausschluss der Schweiz wird dazu führen, dass die Stromtarife steigen und die Netzsicherheit zurückgeht. «Nur mit der Integration in den europäischen Strommarkt können nachhaltige Lösungen für die Versorgungssicherheit gefunden werden», heisst es in der Medienmitteilung.