Seengen/Schönenwerd
Trotz Corona-Verboten: unzählige Unbelehrbare am See und Debatten wegen Sandbänken

Reaktionen auf die AZ-Artikel über undisziplinierte Sonnenhungrige in Seengen und Schönenwerd.

Anja Suter und Urs Helbling
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Unbelehrbare am See und Debatte um Sandbänke

Unbelehrbare am See und Debatte um Sandbänke

Ueli Wild (15. März 2018) Bild: Anja Suter (23. Mai 2020

Unter den Titeln «Am Hallwilersee übersteigen die Badenden die Absperrbänder» und «Über 1000 Aare-Badende wurden angezeigt» berichtete die AZ am Samstag über Leute, die sich weder an coronabedingte Verbote noch an neue Naturschutzvorschriften halten.

In Seengen haben die Behörden sofort reagiert: Die Brestenberg-Badi wurde mit rot-weissen Bändern neu eingewickelt: Am Haupteingang hat es jetzt eine doppelte Sperre mit einem Zwischenstreifen. Selbst der Zugang vom Wasser auf die Wiese ist abgesperrt – und logischerweise umgekehrt ebenso.

Mit dem XXL-Gummiboot unterwegs

Das hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die Wiese war am Sonntag leer – aber nicht ganz immer. Um 17.27 Uhr erwischte die AZ eine Gruppe von unbelehrbaren Jugendlichen, die ihre Badetücher ausgebreitet hatten und eine Art XXL-Gummiboot aufbliesen.

Für heftige Diskussionen sorgte auch der Bericht über 100 Anzeigen gegen Leute, die illegal die Sandbänke zwischen Aarau und Schönenwerd betreten hatten. Auf AZ-Online gab es 65 Kommentare. So schreibt etwa Thomas Gautschi: «Ich wünsche mir, dass die Ausgrenzung der Menschen aus der Natur bald ein Ende nimmt. Wir gehören auch dazu!

«Spass-Genossen ohne jede Vernunft»

Wo sind die Zonen, die Sandstrände an der Aare für die Menschen? Wo bleibt die Aarebadi in Aarau?» Dani Meier kritisiert die «Spass-Genossen ohne jede Vernunft». Jürg Brechbühl schreibt: «Als naturwissenschaftlich ausgebildeter Vegetationsökologe habe ich ernsthafte Zweifel, dass man irgendwelche Arten schützt, in dem man Sandbänke vor Störungen schützt.»

Und ein Roger Miller spekuliert: «Könnte es auch sein, dass es im Namen der Natur gesperrt wurde, weil dort nackt gebadet ­wurde.»