Biberstein

Trinkwasser in Gefahr: Bibersteiner bibbern vor Biberbauten

An dieser Stelle konnte man eine allzu grosse Stauung des Wassers durch ein Rohr verhindern. kob

An dieser Stelle konnte man eine allzu grosse Stauung des Wassers durch ein Rohr verhindern. kob

Diese Woche waren ein Feld und Waldteile im Rohrer Schachen überschwemmt – schuld waren Biber. Dies kann gefährlich werden: Da es sich um Grundwasser handelt, darf es nicht stehen, weil sich sonst Bakterien bilden könnten.

Obwohl erst vor kurzem ein neuer Abfluss konstruiert wurde, staut sich das Wasser in einem Nebenfluss der Aare im Rohrer Schachen. «Der Durchlass der Betonröhre ist durch die Bauten des Bibers verstopft», sagt René Bircher, Gemeinderat in Biberstein, wo das betroffene Gebiet liegt.

Das Wasser hat eine beachtliche Fläche des angrenzenden Waldes und zwei Felder teilweise überschwemmt. Eigentlich wäre das gar keine schlechte Sache, findet Biberexperte Andres Beck: «Es wäre so ein super Auengebiet entstanden, ohne dass man dafür hätte Geld in die Hand nehmen müssen.»

Aarauer Trinkwasser in Gefahr

Trotzdem muss der Biberdamm verschwinden: Es handelt sich beim gestauten Gewässer um einen Grundwasserbach. «In einer Quellschutzzone 2 darf es kein stehendes Gewässer haben», erklärt Hanspeter Lüem, kantonaler Gewässerbeauftragter. Die Gefahr: In stehendem Wasser könnten sich Bakterien bilden, die dann ins Grundwasser gelangen. Das würde bedeuten, dass die grösste Trinkwasserfassung von Aarau in Gefahr wäre. Das Aarauer Wasser kann man aber weiterhin bedenkenlos trinken: «Eventuell ginge das noch jahrelang gut, aber wir wollten reagieren, bevor eine Gefahr besteht», so Lüem. Wie die Gemeinde Biberstein und der Kanton bestätigen, hat man sich darauf geeinigt, den Durchlass zu vergrössern. Wie das genau gemacht wird, ob es in Zukunft zwei Rohre geben soll und welchen Durchmesser diese haben werden, ist noch nicht klar. Erschwerend kommt hinzu, dass oberhalb des Rohrs ein Fussgängerweg verläuft. Die Biber loswerden wolle man aber nicht: «Das Tier gehört in dieses Gebiet, aber der Grundwasserschutz ist natürlich auch wichtig.»

Biber werden nicht verscheucht

Für den Biber ist es allerdings kein grosses Problem, dass man jetzt sein Heim zerstört: «Die Biber sind schon länger im ganzen Gebiet verbreitet, die gehen einfach an eine andere Stelle», so Andres Beck. An vielen Stellen sind die Biberbauten auch kein Problem: Mit einem Rohr stellt man sicher, dass genügend Wasser den Bau passieren kann (Bild). Es gebe auch regelmässige Kontrollen, dass ein problemloses Nebeneinander von Mensch und Biber möglich sei, so Beck. Dem Biber an den Kragen zu gehen wäre sowieso keine Lösung: Die Tiere sind geschützt. Sie galten als ausgestorben und es hat lange gedauert, sie wieder anzusiedeln.

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