Küttigen

Traktoren dürfen nicht auf der neuen Staffeleggstrasse fahren

Auf der neuen Staffeleggstrasse in Küttigen dürfen weiterhin keine landwirtschaftlichen Fahrzeuge verkehren. Der Regierungsrat hat Beschwerden von Landwirten gegen das Verbot abgewiesen. Der Entscheid sorgt bei Landwirten für Kopfschütteln.

Bei einer Vermischung von Normalverkehr und langsam fahrenden landwirtschaftlichen Fahrzeugen entstehe eine erhöhte Unfallgefahr, teilte der Regierungsrat mit. Die Verkehrssicherheit sei höher zu gewichten als die Vorteile für die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe.

Nach einer Bauzeit von sechs Jahren war die neue Staffeleggstrasse im Dezember dem Verkehr übergeben worden. Die Strasse ist 3,1 Kilometer lang und kostete 90 Millionen Franken.

Wichtige Teile der Strasse sind der im Tagebau errichtete Horentaltunnel, die 234 Meter lange Aarebrücke und die 50 Meter lange Suhrebrücke.

Langsame Fahrzeuge

Der Regierungsrat ist generell dagegen, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge auf Umfahrungsstrassen rollen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme zu einem Postulat aus den Reihen von SVP und CVP hervorgeht.

Umfahrungsstrassen würden in der Regel als Hauptverkehrsstrassen projektiert und gebaut, um Städte und Gemeinden vom Fern- und Durchgangsverkehr zu entlasten und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Hauptverkehrsstrassen sollten eine hohe Transportleistung und Verkehrssicherheit bei mittleren Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h und 80 km/h ermöglichen. Langsam fahrende Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von 25 km/h bis 40 km/h sollten wie bis anhin die anderen Kantons- und Gemeindestrassen benutzen.

Im Aargau werden Tunnels ausserorts, welche mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h befahren werden können, grundsätzlich mit einem Verbot für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge signalisiert, wie es in der Stellungnahme weiter heisst.

Eine Ausnahme bildet der Tunnel in Bremgarten, welcher jedoch nur eine Länge von rund 200 m aufweist. Dieser Tunnel müsste mit einer unzumutbaren Wegstrecke von zirka 13 Kilometer umfahren werden.

«Ein unsinniges Verbot»

Auch die Gegner des Traktorverbots führen das Beispiel Bremgarten an: «Dass der landwirtschaftliche Verkehr zu keinen Sicherheitsproblemen in Tunnels führt, zeigt die Umfahrung Bremgarten seit Jahren», so der Aargauische Verband für Landtechnik in einer Mitteilung. Das Verbot sei unsinnig und führe dazu, dass die Landwirtschaft weiterhin durch das Dorf Küttigen müsse.

Die Landwirte würden sogar durch Quartierestrassen gezwungen, welche direkt an der Schule oder am Schwimmbad vorbei führen würden. «Wenn es gefährliche Strassenabschnitte gibt, dann sicher genau dort. Nicht wegen der Unaufmerksamkeit der Fahrer, sondern wegen Kindern, die unvermittelt auf die Strasse treten.»

Das Parlament sei gut beraten, die «verdrehte Sicherheitsabwägung der Regierung zu korrigieren», so der Verband für Landtechnik weiter. (sda/dno)

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