Aarau Rohr

Totenstille herrscht bei den Proben zu «totentanz»

tacchi alti bieten mit dem neuen Programm zur Musik auch Live-Tanz.zvg

tacchi alti bieten mit dem neuen Programm zur Musik auch Live-Tanz.zvg

Das Kammerensemble tacchi alti führt «totentanz» auf. Die Musiker wollen niht nur etwas fürs Ohr, sondern auch fürs Auge bieten. Deshalb suchten sie für die Aufführung Tänzer. Eine ist Anne-Sophie Fenner von der Zürcher flowingdancecompany.

Einige Takte lang passt alles. Harmonischer Klang, perfektes Zusammenspiel. Dann passiert es: Quietschende Reifen, eine Vollbremsung – so ähnlich tönt es nämlich. Danach Stille. Kurz nach Takt 60 in Faurés Pavane. Immer wieder. Der Ton hallt nach, schmerzt in den Ohren, die sieben Musikerinnen und Musiker von tacchi alti winden sich. Schliesslich folgt heiteres Lachen. Dass es so nicht geht, ist den Musiker an der Probe klar.

Die Vollbremse in diesem Pop-Song der klassischen Musik wird niemand zu hören bekommen. Ganz einfach deshalb, weil die Musiker des Kammerensembles tacchi alti in der Besetzung Flöte, Harfe und Streichquintett am Anfang einer intensiven Probewoche stehen. Es sind die letzten Proben, bevor ihr neuestes Programm «totentanz» mit Werken von Caplet, Cano, Barber, Weinberg, Fauré und Saint-Saëns dieses Wochenende zur Aufführung kommt.

Auf der Suche nach Harmonie

Bis dahin ist genug Zeit, Harmonie zu finden. Auf der Bühne in der Rohrer Auenhalle zücken die Berufsmusiker denn auch sogleich ihre Smartphones und suchen im Web nach der Partitur.

Das Stück wurde zwar speziell für tacchi alti mit Harfe und Querflöte arrangiert – durchaus eine kostspielige Angelegenheit. «Dennoch», sagt Flötistin Barbara Bossert, «können immer Fehler passieren.» Die Musiker indessen sind Profi genug, um die Dissonanz mittels Notenvergleichen zum Verstummen zu bringen – drei von ihnen spielen im Sinfonieorchester Basel, alle kennen sie sich in internationalen Konzertsälen aus.

Nicht nur fürs Ohr

Am Anfang des aktuellen Programms «totentanz» stand das Werk «danse macabre» von Camille Saint-Saëns. Ausgewählt hatte es Barbara Bossert, die in Aarau Rohr lebt.

Sie suchte anschliessend gemeinsam mit der Seoner Harfenistin Kathrin Bertschi Werke, die zu diesem Stück passen. Und weil die Musiker von tacchi alti bei ihrem diesjährigen Programm nicht nur etwas fürs Ohr bieten wollten, sondern auch fürs Auge, suchten sie für «totentanz» Tänzer und gelangten zu Anne-Sophie Fenner von der Zürcher

.

Fenner überlegte nicht lange. «Es ist ein Privileg, zu Live-Musik tanzen zu können», sagt sie. Das könnten sie sich sonst kaum leisten.

An den nächsten Wochenenden wird Fenner nun gemeinsam mit Ivan Blagajcevic die musikalischen Werke rund um den ewigen Kreislauf von Leben und Tod als Engel, Sensenmann oder Auferstandene mit ihren Choreografien tanzend bebildern.

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