Torfeld Süd

Torfeld Süd im Wandel der Zeit

Das «neue» Torfeld Süd

Das «neue» Torfeld Süd

Der Knall bei der Sprengung des Aarauer Rockwell-Turms war Startschuss für einen Neubeginn. Konkrete Pläne für ein neues Hochhaus liegen vor, in absehbarer Zeit wird dort wieder gearbeitet, gekauft und gespielt.

Ein heftiger Knall, eine riesige Staubwolke und der ehemalige Prestigebau von Sprecher und Schuh war ein Trümmerhaufen. Nur knapp 20 Jahre war er ab 1967 von seinen Erbauern genützt worden. Die Sprecher + Schuh AG wurde 1985 in zwei Hälften aufgeteilt und am 12-stöckigen Gebäude prangte bald das Signet von Rockwell, 1995 verschwand S&S ganz; als Rechtsnachfolgerin entstand die Swisslog. Und Rockwell ist 2012 in einen Neubau östlich des Hochhauses umgezogen.

Das Schicksal des Turms war damit besiegelt. In absehbarer Zeit wird an seiner Stelle ein neues Hochhaus entstehen. Darin werden für die Gastro Social über 200 Menschen arbeiten. Auch ein Teil der östlich gelegenen maroden Industriebauten, in denen bis gegen Ende der 80er-Jahre Hundertschaften für die Traditionsfirmen Oehler und Aeschbach tätig waren, sollen bald endgültig aus dem Stadtbild verschwinden. An ihrer Stelle soll das neue Aarauer Fussballstadion entstehen. Eine Zangengeburt, denn trotz positiver Volksabstimmung wird sein Bau nach wie vor durch Einsprachen blockiert.

Torfeld Süd 1970: Hinten die Firma Aeschbach, die Produktionsanlagen für Bäckereien- und Konditoreien herstellte, vorne der Sprecherhof. zvg

Torfeld Süd 1970: Hinten die Firma Aeschbach, die Produktionsanlagen für Bäckereien- und Konditoreien herstellte, vorne der Sprecherhof. zvg

Kindertagesstäte, Parks, Wohnungen

Einen anderen Teil der Liegenschaften will das Immobilienunternehmen Mobimo neu beleben. Sie plant auf dem westlichen Teil des riesigen Areals ein neues Stadtquartier unter Einbezug alter Bausubstanz. Die denkmalgeschützte Villa Oehler wird zur neuen Kindertagesstätte – der Villa Kunterbunt. Die Aeschbach-Halle, in der Produktionsanlagen für Bäckereien und Konditoreien hergestellt wurden, soll ebenfalls wieder genutzt werden. Im mit Sichtbacksteinen ummauerten Gebäudekomplex mit seinen beachtlichen Ausmassen von 53×59 Metern ist unter anderem eine Einkaufs- und Flaniermeile geplant.

Für Die Gestaltung der Neuüberbauung hat Mobimo einen Studienauftrag erteilt. Entstehen soll ein Quartier, das höchsten soziokulturellen und ökologischen Ansprüchen genügt. Geplant sind nicht nur Wohneinheiten, sondern auch Büros, Gewerbebetriebe, ein Park sowie ein Quartiertreffpunkt mit Restaurant. Die Rede ist von insgesamt über 1000 Arbeitsplätzen sowie gegen 400 Wohnungen und Lofts. Das Realisierungsziel ist ehrgeizig. Der Gastro-Social-Tower soll in den nächsten zwei Jahren entstehen und schon 2017 sollen alle weiteren Bauten des neuen Aeschbach-Quartiers bezugsbereit sein.

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