Aarau
Tödliches Virus im Tierpark: Werden auch Wildschafe erschossen?

13 Axishirsche und 3 Rothirsche sind im Aarauer Wildpark Roggenhausen an einem Virus gestorben oder erkrankt. Übertragen wurde die Krankheit vermutlich von Mufflons-Wildschafen. Diesen droht nun auch der Abschuss.

Pascal Meier
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Das Virus wird vermutlich von Mufflons-Wildschafen auf Hirsche übertragen

Das Virus wird vermutlich von Mufflons-Wildschafen auf Hirsche übertragen

Chris Iseli

Der Aarauer Wildpark Roggenhausen kämpft mit einem heimtückischen Virus. Wie die az gestern berichtete, sind mehrere Axis- und Rothirsche daran gestorben oder mussten nach Erkrankung erschossen werden.

Jetzt ist klar, wie viele Tiere betroffen sind: «13 Axis-Hirsche und 3 Rothirsche starben am Virus oder wurden getötet, weil sie Symptome zeigten», sagt Peter Heuberger, Präsident des Wilparkvereins Roggenhausen, auf Anfrage der az. «Nicht betroffen sind unsere 31 Damhirsche.» Diese seien vermutlich resistenter gegen das Virus. «Eine spätere Erkrankung können wir jedoch nicht ausschliessen.»

Schneller Tod

Die ersten Fälle von Virusinfektionen waren Mitte August aufgetreten. Einige Hirsche standen plötzlich abseits der Herde, frassen nicht mehr, hatten glasige Augen oder litten an Durchfall. Innert weniger Tage starben dann gleich drei Axis-Hirsche. «Wir wurden sofort hellhörig und schickten die toten Tiere ins Virologische Institut des Tierspitals Zürich», sagt Peter Heuberger. «Dort stellte man das Virus fest.»

Die Virus-Erkrankung, die schon in anderen Wildparks aufgetreten ist, verläuft bei Hirschen meist tödlich. Einen Impfstoff gegen das noch wenig erforschte Virus gibt es nicht.

Im Wildpark Roggenhausen folgten deshalb bald weitere Fälle, einige Tiere starben schnell: Morgens schien alles noch in Ordnung, am Mittag assen die Hirschen nichts mehr – und am Abend waren die Tiere tot.

Auch Schafe werden wohl getötet

Wie das Virus in den Tierpark kam, ist unklar. Übertragen wird es über direkten Kontakt, aber auch über Kleider, Wind und Wasser – und über Mufflons-Wildschafe, die auch im Wildpark Roggenhausen leben. Bei mehreren dieser 18 Schafe ist das Virus ebenfalls nachgewiesen worden. Der Wildpark wird sich deshalb «schweren Herzens von ihnen trennen», wie Vereinspräsident Peter Heuberger weiter erklärt. Denn Mufflons können als Träger des Virus die Hirsche im Park anstecken, ohne selber zu erkranken.

Der Wildpark wird nun versuchen, die Schafe zu verkaufen, was allerdings schwierig sein dürfte. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Tiere ebenfalls getötet werden, denn in der Zwischenzeit ist bei einem der Tiere die Krankheit wider Erwarten ebenfalls ausgebrochen.

Keine Übertragung auf den Menschen

Das «Roggenhausen»-Team wird zudem auch seine fünf Walliser-Schwarznasenschafe genau im Auge behalten. «Wenn diese ebenfalls Träger des Virus sind, müssen wir auch hier über die Bücher.» Das oberste Ziel des Wildparks mit seinen vielen Hirschen sei es, seine Hirsche zu schützen.

Eine Übertragung des Virus auf den Menschen ist laut dem Park-Vorstand nicht möglich. Für den Menschen bestehe deshalb keine Gefahr, auch das Füttern der Tiere könne keine Infizierung bewirken.