Schönenwerd

Tiefrote Zahlen zwingen zu einschneidenden Massnahmen

Auf der Schönenwerder Gemeindeverwaltung ist auch weiterhin Sparen angesagt.

Auf der Schönenwerder Gemeindeverwaltung ist auch weiterhin Sparen angesagt.

Der Gemeinderat budgetiert für das Jahr 2014 ein Defizit von 1,7 Millionen Franken und will deshalb den Steuerfuss um 7 Prozentpunkte erhöhen. Dazu hat der Rat nicht zwingende Ausgaben gestrichen und lineare Kürzungen von 10 Prozent vorgenommen.

Ursprünglich drohte sogar ein Defizit von 2,3 Millionen Franken. Das Budget wurde gründlich durchforstet und das Defizit wenigstens auf 1,7 Mio. Franken gedrückt. Der Voranschlag, der mit einem Gesamtaufwand von rund 29 Mio. und einem Gesamtertrag von 27,35 Mio. Franken rechnet, wird Gemeindeversammlung am 9. Dezember unterbreitet.

Nicht Zwingendes gestrichen

Der Gemeinderat hat nicht zwingende Ausgaben gestrichen. Wo die Gegebenheiten es ermöglichten, wurden auch lineare Kürzungen von zehn Prozent vorgenommen. Auch die Personalkosten seien von Kürzungen nicht ausgenommen, teilt die Behörde mit.

Die gesamthaft grössten Ausgaben weisen die Bildung und die Soziale Wohlfahrt auf. Bei der Bildung wird im Jahr 2014 immerhin weniger ausgegeben als im Vorjahr. Dies liegt unter anderem an der Erhöhung der Subventionen durch den Kanton sowie an den Einsparungen im Bereich der Sekundarschule.

Anders sieht es bei der Sozialen Wohlfahrt aus. Trotz Einsparungen vonseiten des Kantons erhöhen sich die Gesamtkosten im Vergleich zum Jahr 2013 wiederum um rund 200 000 Franken. Die Ausgaben in den restlichen Budgetsparten liegen im Rahmen der Vorjahre.

Investitionen teils aufgeschoben

Grössere Diskussionen setzte es im Gemeinderat beim Investitionsplan ab. Basierend auf der Analyse der anstehenden Investitionen in die gemeindeeigenen Liegenschaften stehen in den nächsten Jahren diverse nötige Sanierungen an. Der Gemeinderat lege Wert darauf, diese Ausgaben zielführend zu tätigen. Der Rat sah sich deshalb gezwungen, Investitionen, wie zum Beispiel die Sanierung der Schulstrasse 1, aufzuschieben. Diese Massnahmen sollen erst nach vorliegend der Schulraumplanung ergriffen werden.

Sorgenkind Wasserversorgung

Bei den Spezialfinanzierungen bereitet dem Gemeinderat die Wasserversorgung Sorgen. Die Aufhebung des Pumpwerks Spitzacker im Zusammenhang mit dem Bau des Eppenbergtunnels zwingt die Gemeinde zu einer Übergangslösung, damit die Wasserversorgung weiterhin sichergestellt werden kann. Dieses Projekt sowie der Neubau des Pumpwerks und der Ersatz des Reservoirs «Föhren» drücken gemäss Gemeinderat schwer auf die Entwicklung der Wasserrechnung. Die Kostenbeteiligungen Dritter für die Übergangslösung und für den Neubau des Pumpwerks stehen noch nicht fest.

Trotz intensiver Sparbemühungen in allen Bereichen müssen auch bei den Einnahmen Anpassungen vorgenommen werden. Um die Qualität der Infrastruktur und die allgemeinen Aufgaben in der Gemeinde sicherzustellen, beantragt der Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung bei den natürlichen Personen von sieben Prozentpunkten. Auch mit der beantragten Steuererhöhung kann aber der Voranschlag 2014 nicht ausgeglichen werden. (ML/MT)

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