Aarau

Tiefenlager-Standort Däniken: «Am wenigsten ungeeignet»

Präsident Peter Hodel will mit einer Umfrage herausfinden, was der Grund für das mangelnde Interesse am Sachplanverfahren Tiefenlager ist.

Präsident Peter Hodel will mit einer Umfrage herausfinden, was der Grund für das mangelnde Interesse am Sachplanverfahren Tiefenlager ist.

An der Generalversammlung des Trägervereins Plattform Jura Südfuss äusserte Präsident Peter Hodel deutliche Kritik. Mit der Beteiligung an den Vollversammlungen ist er nicht zufrieden. Nun wartet er gespannt auf den Endlager-Entscheid des Bundesrats.

Präsident Peter Hodel wurde an der Generalversammlung des Trägervereins Plattform Jura-Südfuss im Aarauer Rathaus deutlich: «Es gibt mir zu denken, wenn an den Vollversammlungen nur rund zwei Drittel der Mitglieder anwesend sind und die Hälfte auch noch unentschuldigt fehlt.»

Die Plattform Jura-Südfuss hat sich in den letzten zwei Jahren intensiv mit der Standortsuche für die Oberflächenanlagen eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle auseinandergesetzt, umso bedenklicher ist für Hodel das «begrenzte Interesse an einem Prozess von nationaler Bedeutung».

Peter Hodel, Gemeindepräsident von Schönenwerd, führt das schwindende Interesse unter anderem darauf zurück, dass die «Luft draussen» ist, nachdem mit der Kiesgrube in Däniken der Standort in der Region Jura-Südfuss vor einem Jahr bezeichnet worden ist.

Die Fachgruppen, insbesondere jene, die sich mit den sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen befasst, haben derweil unauffällig im Hintergrund weiter gearbeitet. Mit einer Umfrage will der Vorstand dennoch diesen Frühling Klarheit über das mangelnde Interesse erhalten.

Grüne haben sich zurückgezogen

Hodel bedauert auch, dass sich im vergangenen Jahr drei Organisationen zurückgezogen haben, nämlich die Grünen der Region Olten, der Natur- und Vogelschutzverein Wangen bei Olten und der Verein «NoE – Niederamt ohne Endlager».

Der «am wenigsten schlechteste» Standort – die Bewertung lässt keinen Zweifel darüber offen, was die Regionalkonferenz vom Standort Däniken hält. «Am wenigsten ungeeignet», so lautet das Fazit praktisch aller sechs Regionen, die in das Sachplanverfahren involviert sind. «Ein ernüchterndes Ergebnis», meinte Hodel in Bezug auf seine Region.

Präsident Hodel wies darauf hin, dass der nächste wichtige Schritt vom Bundesrat erwartet wird. Dieser wird zwei mal zwei Standorte bestimmen müssen, die weiter untersucht werden, zwei Standorte für schach- und mittelaktive sowie zwei für starkaktive Abfälle. «Ich hoffe, dass der Bundesrat den Mut hat», sagte Hodel, «und den Entscheid, der auf Ende Jahr erwartet wird, zügig fällt.»

Die anderen Standorte sind nach dem bundesrätlichen Entscheid nicht aus dem Rennen, wie Ensi-Mitarbeiterin Ann-Kathrin Leuz erklärte, sie sind nur «zurückgestellt». Das Ensi ist die Aufsichtsbehörde des Bundes für nukleare Sicherheit. Elf der 150 Ensi-Mitarbeitenden beurteilen die Tiefenlagerprojekte und ziehen, wie Leuz erklärte, bei Bedarf externe Experten hinzu.

Die Wissenschafterin erläuterte den Gemeindevertretern, welche die Generalversammlung bilden, die sicherheitstechnischen Anforderungen, die mit dem Sachplanverfahren erfüllt werden müssen. Sie führte mit ihrem Referat aber auch eindrücklich vor Augen, wie komplex und aufwendig das Verfahren ist.

Werner Schib für Jolanda Urech

Die Generalversammlung, die geprägt war vom Jahresbericht des Präsidenten und vom Ensi-Referat, machte mit den übrigen Traktanden, Rechnung und Wahlen, kurzen Prozess. Im Vorstand gab es einen Wechsel, für die Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech rückt Stadtrat Werner Schib nach.

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