Aarau
Theatergruppe Szenart erforscht die Telli und zeigt Parallelwelten

Im Quartier Telli gibt es in verschiedenen Vergnügungsorten konstruierte Wunschwelten. Die Theatermacherinnen von Szenart schauen einmal mehr hin und verzaubern die Nischen und Winkel.

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Eine grosse Figur wird beim Eindunkeln die Zuschauer zu den echten Vergnügungsinseln in der Telli und den fiktiven Szenen führen.

Eine grosse Figur wird beim Eindunkeln die Zuschauer zu den echten Vergnügungsinseln in der Telli und den fiktiven Szenen führen.

Meeresrauschen und Feierabend-Cowboys im Wilden Westen einer Kleinstadt. Im Aarauer Telliquartier rund um das Kulturlokal KiFF existieren zwischen Autogaragen und Einkaufszentrum surreale Parallelwelten. Während im Saloon des Restaurant «Go-West» Cowgirls Hamburger servieren, werden im Members Club auf dem Dach des City Towers unter Palmen in Kolonialstil-Sesseln Zigarren geraucht. Einige Häuser weiter gelten wiederum eigene Regeln in den Sälen der Zeugen Jehovas oder einige Stockwerke tiefer im Spielcenter Playland.

Laien-Schauspieler gesucht

Szenart sucht für «Playland» Menschen zwischen 16 und 76 Jahren, die mitspielen möchten. Proben ab 3. August ein- bis mehrmals pro Woche, Intensivproben 26. Sept. bis 15. Okt. Premiere am 16., Vorstellungen bis am 24. Okt. Info-Workshop am 9. Mai, 10.30 bis 16 Uhr. Anmeldung bei Ruth Huber, huber@szenart.ch, 077 437 49 63

Typisch fürs Mittelland

Was hat es auf sich mit solchen Sehnsuchtsorten? Die Telli, gesellschaftliche Randzone und Melting Pot, ist Ausgangspunkt für die neue Produktion von Szenart: «Playland». In Kooperation mit dem Aargauer Literaturhaus Lenzburg und der neben dem KiFF im Fabrikpalast heimischen «Theater-Pack» erforscht die Aarauer Theatergruppe einen Ort, wie er für das Mittelland typisch ist und doch überraschend. Sie fährt damit mit ihrer Spezialität fort: dem ortsabhängigen Theater. Damit hatte Szenart bereits letztes Jahr mit «Industrial Radio» im Torfeld Süd und davor mit «Geschichten aus der Altstadt» Erfolg.

Puppe führt das Publikum

Sechs junge Nachwuchsautoren werden in Auseinandersetzung mit dem Ort Texte schreiben. Gemeinsam mit der Figurenspielerin Tine Beutel, Schauspieler Florian Steiner und einer Gruppe Laienschauspieler werden die Texte von der Regisseurin Ruth Huber vor Ort szenisch umgesetzt: Von einer riesenhaften Puppe geführt, gelangt das Publikum dann im Oktober in der hereinbrechenden Dunkelheit durch das labyrinthische Areal, taucht ein in wilde Geschichten, atmosphärische Räume und Szenen zwischen Realität und Fiktion. (az)

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