Projekt Veras

Teuerste Aargauer Umfahrungsstrasse: SVP will Autobahn-Anschluss Wynental

Die SVP möchte, dass die Strasse ins und vom Wynental zwischen Suhr (links) und Gränichen (rechts) mit der A1 verknüpft wird.

Die SVP möchte, dass die Strasse ins und vom Wynental zwischen Suhr (links) und Gränichen (rechts) mit der A1 verknüpft wird.

Das Strassen-Projekt Veras soll über 200 Millionen Franken kosten. Die SVP und der TCS nehmen nun dazu Stellung.

Seit gefühlt ewigen Zeiten wird über die Umfahrung Suhr diskutiert. Das Entlastungsprojekt für eines der schlimmsten Nadelöhre im Aargau hiess ursprünglich Ostumfahrung Suhr, wurde dann um die Südumfahrung erweitert und wird nun Veras («Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr») genannt. Die Realisierung wird 207 Millionen Franken kosten (plus/minus 30 Prozent). Unter anderem wegen eines 800 Meter langen Tagbautunnels. Für die Strasse von der Bernstrasse Ost (Suhr) bis zur Suhrentalstrasse (Oberentfelden) werden drei Hektaren Fruchtfolgeflächen benötigt.

Wenn es nicht zu einer coronabedingten Verzögerung kommt, wird der Grosse Rat die Linienführung noch dieses Jahr im Richtplan festsetzen. Die entsprechende Anhörung geht am Freitag zu Ende. Gestern trafen die ersten Stellungnahmen ein. Von der SVP und vom TCS.

Verlust an Fruchtfolgeflächen minimieren

Die SVP nimmt eine Forderung auf, die viele im Wynental haben: Sie möchten einen eigenen Autobahnanschluss zwischen «Aarau West» und «Aarau Ost». Weil der Bund einen solchen Wunsch stets zurückgewiesen hat, verfolgte ihn der Kanton nicht weiter. Das will die SVP ändern. «Die Auswirkungen eines Anschlusses an die A1 soll eingehend geprüft werden», fordert sie in ihrer Vernehmlassung zu Veras. «Als Option muss der Autobahnanschluss Wynental im Richtplan mindestens als Vororientierung bestehen bleiben oder besser gleich mit dem Projekt umgesetzt werden.» Die anderen A1-Anschlüsse seien bereits heute am Anschlag. «Ein direkter Anschluss würde die anderen Anschlüsse und Zufahrtsachsen massiv entlasten», so die SVP. Sie verlangt zudem, dass durch Optimierung des Projektes ein minimaler Verlust an Fruchtfolgeflächen angestrebt wird.

Der TCS hält Veras für «absolut zwingend»

Grundsätzlich ist die SVP aber der Veras-Richtplanfestsetzung gegenüber positiv eingestellt. Der «dringende Handlungsbedarf» sei nachvollziehbar. Ähnlich sieht das der von Ständerat Thierry Burkart präsidierte TCS Aargau. «Für die Aufwertung des Siedlungsraums und des Verkehrsflusses sind die Verbesserungen mit dem Projekt Veras absolut zwingend», schreibt der einstimmige Vorstand. Veras entlaste die Gemeinde Suhr vom Durchgangsverkehr und verbessere gleichzeitig den Süd-Ost-Verkehrsfluss. «Zudem wird damit die Anbindung des Wynentals ans übergeordnete Strassennetz (A1) optimiert», so der TCS. Im Gegensatz zur SVP verlangt er keinen direkten Anschluss an die Autobahn.

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Autor

Urs Helbling

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