Am kommenden Wochenende finden in den drei Einwohnerratsgemeinden Aarau, Buchs und Lenzburg die Abstimmungen über die Budgets 2019 statt. In Aarau und Lenzburg sollen die Steuerfüsse beibehalten werden. Bei 97 respektive 105 Prozent. Eine Opposition gegen die Voranschläge ist nicht spürbar, alles andere als eine deutliche Annahme würde überraschen.

Ganz anders ist die Ausgangslage in Buchs, wo Gemeinde- und Einwohnerrat einen Steuersprung von 100 auf 108 Prozent beantragen. Für die Politiker ist klar, dass die Gemeinde die zusätzlichen 1,2 Millionen Franken Steuereinnahmen pro Jahr benötigt: Die Zitrone sei ausgepresst, teure Investitionen wie der Neubau des Risiacher-Schulhauses stünden an. Ob das Volk beim Ausfüllen der Stimmzettel an die Bedürfnisse der Gemeinde oder ans eigene Portemonnaie denkt? Einen Abstimmungskampf gibt es nicht, die Parteien halten sich zurück. Diese Ruhe ist verdächtig, eine Überraschung am Sonntag nicht ausgeschlossen.

Das ewige Traktandum Tempo 30

Tempo 30 ist in vielen Gemeinden ein heisses Eisen, aber die Diskussionen werden an kaum einem Ort so emotional geführt wie in Seon. Und das seit 2011. Jetzt steht wieder einmal eine Referendumsabstimmung an. «Wir sind immer noch der Meinung, dass Tempo 30 in den Wohnquartieren Sinn macht», erklärt Gemeindeammann Hanspeter Dössegger. Der Gemeinderat wird unterstützt von der «IG Verkehrssicherheit Seon». Sie glaubt, dass sich die Stimmung gegenüber Tempo 30 im Dorf geändert hat. Bestätigt fühlt sie sich durch die letzte Gemeindeversammlung, die so gut besucht war, dass sie ausnahmsweise in der Mehrzweckhalle durchgeführt werden musste. Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 wurde mit 345 zu 174 Stimmen genehmigt. Doch gegen diesen Beschluss wurde das Referendum ergriffen, das mit 415 Unterschriften problemlos zustande kam. Der Ausgang der Urnenabstimmung am Wochenende ist offen.

Vier Gemeinderats-Ersatzwahlen

In vier Gemeinden finden am Sonntag Gemeinderats-Ersatzwahlen statt. Immer wieder für eine Überraschung gut war in den letzten Monaten Birrwil. Dort hat sich einzig der parteilose Alexander Pirchl (51) offiziell als Kandidat für die Nachfolge von Heinz Neeser (68) angemeldet. Der Initiant des Blogs «Der Berbuer», einer Art Bürgerinitiative, polarisiert im Dorf. In einem Leserbrief hat der ehemalige Gemeinderat und Repla-Präsident Benno Vogler den Kandidaten Pirchl als «Agent Provocateur» bezeichnet: «Wird der Brandstifter jetzt Feuerwehrkommandant?»

Weit weniger brisant scheinen die beiden anderen Gemeinderatswahlen zu sein: In Othmarsingen möchte Albert Konrad (56, FDP) den aus beruflichen Gründen zurücktretenden Ruag-Manager Eric Wiesmann (40, FDP) beerben. In Schlossrued bewirbt sich Monika Hugentobler (54) um die Nachfolge von Alexander Weber (50). Der gelernte Schreiner gehörte dem Rat seit 2013 an. Und in Burg hat sich Hanspeter Boller (62, parteilos) für die Nachfolge von Marco Montagner (52, parteilos) angemeldet.

Begehrte Schulpflege-Sitze

In Egliswil und Schafisheim finden Schulpflege-Wahlen statt. Wer der Meinung ist, das Amt des Schulpflegers sei generell nicht mehr gefragt, liegt in diesen beiden Fällen falsch: In Schafisheim findet sogar ein zweiter Wahlgang statt, nachdem Patrick Niklaus im ersten Wahlgang das absolute Mehr um nur drei Stimmen verpasst hatte. Sylvia Treyvaud lag mit 211 Stimmen nur 4 Stimmen hinter Niklaus. In Egliswil bewerben sich Eveline Beeli, Michael Böhlen, Stefan Laubacher und Sheila Wehrli um die zwei freien Schulpflege-Sitze.

Friedensrichter-Kampfwahl

Der Kreis II des Bezirks Aarau umfasst die Gemeinden Buchs, Gränichen, Hirschthal, Muhen, Oberentfelden, Suhr und Unterentfelden. Dieser Kreis braucht einen neuen Friedensrichter. Es bewerben sich Rolf Schwyter (Grüne, Aarau) und Dieter Stüssi (SVP, Buchs). Letzterer ist Einwohnerrat.