Aarau

Tellianer verabschiedeten den Mann mit der roten Hose

Die Kinder singen am Telli-Fest zu Ehren von Hans Bischofberger.

Die Kinder singen am Telli-Fest zu Ehren von Hans Bischofberger.

Hans Bischofberger war über 15 Jahr lang Leiter des Gemeinschaftszentrums Telli. Jetzt geht er mit gut 61 Jahren vorzeitig in Rente.

Das Auf und Ab in einem Quartier. Hans Bischofberger (Markenzeichen: rote Hosen) hat es seit dem Dezember 2002 erlebt. Er wurde – zuerst auf Mandatsbasis – als Helfer in der Not gerufen. Der damalige Leiter des Gemeinschaftszentrums (GZ) Telli hatte nach 15 Jahren freigestellt werden müssen, weil er mit den veränderten Anforderungen nicht mehr klar kam.

Auf Druck der Geldgeber, unter anderem zwei der Landeskirchen, hatte es erstmals einen Leitungsvertrag gegeben. Die Stiftung GZ Telli verfügt heute über ein Budget von einer halben Million Franken. Sie beschäftigt acht Personen (die meisten Teilzeit).

Der selbstständige Sozialarbeiter Hans Bischofberger hatte eben das Projekt «Bus im Park» zum Laufen gebracht, als er vom damaligen Stadtrat Michael Ganz in die Telli gerufen wurde. Die Telli erlebt er heute wie eine eigenständige, kleine Gemeinde. «Es ist ungeheuer lebenswert da unten. Als Ganzes, in dieser Vielfalt», erklärte Bischofberger der «Tellipost». Er betont, wie er bei seiner Arbeit aus dem GZ raus und in die Siedlungen rein gegangen sei. Stadträtin Angelica Cavegn Leitner, seit 2014 GZ-Stiftungsratspräsidentin, schreibt: «Hans Bischofberger hat mit seiner Art, Projekte anzupacken und umzusetzen, das Telli-Quartier nachhaltig geprägt und nachhaltig weiterentwickelt.» In seine Zeit fiel etwa die Wiederinbetriebnahme der Minigolfanlage (2007) oder die 5 Millionen Franken teure Gesamtsanierung des GZ (2012). Bischofberger wurde am Samstag am Telli-Fest verabschiedet. Dabei sprach auch Regierungsrat Urs Hofmann: «Wenn wir überall im Kanton ein solches Quartierleben hätten, ginge es vielen Gemeinden besser.» Bischofberger arbeitet noch bis Ende September seinen Nachfolger Andreas Feller ein. Dann geht er mit seiner Frau auf eine lange Velotour nach Italien.

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