Aarau
Telli-Überbauung: Nach der Sanierung werden die Mietzinsen steigen

Neue Zahlen zeigen, was die Wohnungen in der Aarauer Überbauung künftig im Durchschnitt kosten werden.

Urs Helbling
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Telli Hochhäuser Staumauer
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Farbige Rutschbahnen für die graue «Staumauer» März 2018: Die alten Wohnblöcke im Aarauer Telli-Quartier werden renoviert. Damit sich auch die Kinder wieder wohl fühlen, dürfen sie bei der Planung mitreden.
Blick über die Schrebergartensiedlung zum einen der Telli Hochhäuser, Oktober 2011.
Blick über die Schrebergartensiedlung zu den Telli Hochhäusern, Oktober 2011.
Telli-Hochhäuser, Aarau, undatierte Aufnahme.
Die Häuserzeilen Rütmatt- und Delfterstrasse von oben, November 2012
Die Telli-Hochhäuser, September 2008.

Telli Hochhäuser Staumauer

Zur Verfügung gestellt

Spätestens seit letzte Woche die Hausbesitzerin AXA erklärte, ein Projekt wie die Sanierung der Gebäudezeilen B und C in der Telli habe es in der Schweiz noch nie gegeben, ist allen klar, dass es sich um ein aussergewöhnlich grosses Vorhaben handelt. Betroffen sind 581 Wohnungen, also fast 600 Mieter. Sie alle wissen seit vorletzten Dienstag, wie viel sie nach der Sanierung mehr bezahlen müssen.

Einzelne Werte sind durchgesickert. Die AXA selber verrät aus Datenschutzgründen keine konkreten Zahlen. Und sie warnt vor Verallgemeinerungen. Da es zahlreiche Wohnungstypen gebe und die Anpassungen sehr unterschiedlich seien, sei eine pauschale Aussage nicht möglich. So werde beispielsweise bei einigen Wohnungen zusätzlich Parkett verlegt, erklärt Sprecher Urban Henzirohs.

In Einzelfällen nur 10 Franken mehr pro Monat

Er sagt: «Es gibt zum Beispiel Wohnungen, bei denen der Nettomietzins praktisch gleich bleibt, die Erhöhung um zehn Franken beträgt.» Der Nettomietzins entspricht dem Bruttomietzins minus den Nebenkosten. Letztere sinken dank der Sanierung. Etwa wegen der Energieeinsparungen und wegen des entsprechenden Wegfalls der CO2-Abgabe. Es geht um rund 1000 Tonnen CO2 pro Jahr.

2,5-Zimmer kosten im Durchschnitt 1145 Franken

«Auch nach den Mietzinserhöhungen liegen die Mietzinse für die Telli-Wohnungen unter dem Marktschnitt für ähnliche Wohnungen», betont Sprecher Henzirohs. Und dann wird er konkret: «Eine 2,5-Zimmer-Wohnung kostet nach der Sanierung durchschnittlich 1145 Franken brutto, eine 3,5-Zimmer-Wohnung durchschnittlich 1530 Franken brutto und eine 4,5-Zimmer-Wohnung durchschnittlich 1775 Franken brutto.» Also inklusive den Nebenkosten. Die neuen Mietzinse gelten ab Abschluss der Sanierung, also erst ab Juli 2022 (Telli B) bzw. Juli 2023 (Telli C).

So sehen die alten Wohnungen in der Telli aus
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In der sanierten Wohnung werden die Fenster grösser als in der alten, die Bodenradiatoren kommen weg und jedes Zimmer erhält eine Türe zum Balkon.
Dei alten und neuen Wohnungen in der Telli
Die alten Balkone
Die Bewohner erhalten durch den Umbau einen deutlich grösseren Balkon mit einer höheren Brüstung und moderneren Fenstern
Der Ost-Balkon verliert aufgrund der Fassadendämmung nochmals rund die Hälfte seiner Tiefe

So sehen die alten Wohnungen in der Telli aus

Nadja Rohner

«Im Vergleich noch immer preiswert»

«Der AXA ist es ein Anliegen, die Mieten moderat zu erhöhen», sagt Sprecher Henzirohs. Bei Härtefällen suche man mit den Mietern gemeinsam nach einer Lösung. Wie ist es möglich, dass eine 3,5-Zimmer-Wohnung von 922 auf 1265 Franken aufschlägt? Rechnet man den positiven Nebenkosteneffekt weg, sind es immer noch 268 Franken, also fast 30 Prozent mehr.

Auch die Mietdauer habe einen Einfluss auf die Erhöhung, erklärt Henzirohs. Auf Nachfrage verdeutlicht er: «Mieterinnen und Mieter mit längeren Mietverträgen haben in der Tendenz tiefere Mieten, die nach der Sanierung an den Markt angeglichen werden. So wurden in den letzten Jahren mehrere Referenzzinssatzsenkungen an die Mieterinnen und Mieter weitergegeben. Die Mieten sind im Marktvergleich mit ähnlichen Wohnungen in Aarau auch nach der Sanierung immer noch preiswert.»

Die Westbalkone werden deutlich breiter

Die Vorbereitungen für den Umbau beginnen bereits im kommenden Februar. Der Mehrwert für die Mieter besteht neben grösseren, etwas besseren Fenstern vor allem darin, dass der Westbalkon 90 Zentimeter tiefer und damit markant geräumiger wird. Zudem gibt es etwa neue Wohnungstüren.

Die AXA investiert einen dreistelligen Millionenbetrag. «Mit der ökologischen Sanierung werden die beiden Gebäude nach heutigen Energiestandards fit für die Zukunft gemacht», sagt Henzirohs. Dadurch könne der Energieverbrauch erheblich gesenkt werden und durch die Umstellung von einem fossilen Energieträger auf einen erneuerbaren könne CO2 gespart werden. Die Gebäude würden nach Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) zertifiziert und wiesen nebst einem hohen ökologischen Standard auch bedeutenden sozialen Mehrwert auf.