Aarau

Täglich eine halbe Stunde Musik — aber wer wann spielt, bleibt eine Überraschung

Organistin Nadia Bacchetta war selbst zufällige Besucherin eines musikalischen Adventskalenders und war begeistert.

Organistin Nadia Bacchetta war selbst zufällige Besucherin eines musikalischen Adventskalenders und war begeistert.

Organistin Nadia Bacchetta hat in der Stadtkirche Aarau einen ganz besonderen Adventskalender organisiert. Inspiriert wurde sie vor einem Jahr in Bern.

Es war letztes Jahr, in der Adventszeit, da geriet sie selber hinein. In der Heiliggeist-Kirche in Bern, als zufällige Besucherin. Organistin Nadia Bacchetta lacht. «Ich wusste nicht, in welchem Rahmen dieses Konzert genau stattfindet», sagt sie. Aber begeistert, das hat es sie. Und das nachhaltig.

Der Rahmen war ein klingender Adventskalender. Das Konzept: Vom 1. bis 24. Dezember findet jeden Tag über Mittag ein halbstündiges Konzert statt. Wer auftritt, ist eine Überraschung. «Das Konzert in Bern war so toll; da sassen ganze Familien im Publikum, Senioren, Mittagspäusler, alle wild durcheinander. Diese offene Art, Kultur zu vermitteln, hat mich überzeugt.» Nadia Bacchetta fand die Idee so toll, dass sie diese nun für Aarau kopiert hat.

Mit ihrer Idee hat sie offene Türen eingerannt

Seit 2011 ist Nadia Bacchetta Hauptorganistin in der Stadtkirche Aarau. Als sie die Idee eines klingenden Adventskalenders dem Team der Reformierten Kirchgemeinde Aarau vorstellte, musste sie keine Überzeugungsarbeit leisten. «Ich habe offene Türen eingerannt», sagt sie. «Das Team trägt die Begeisterung für den Anlass vollumfänglich mit.»

Gleich ging es ihr bei der Anfrage der über 200 Musikerinnen und Musiker für die 24 Konzerte. «Ich habe keine einzige Absage erhalten», sagt sie, noch immer hörbar überwältigt.
«Das ist einzigartig, die Musikszene Aarau ist eine wunderbare Szene.» Selbst mit dem Setzen der Termine sei alles problemlos aneinander vorbeigegangen.

In der Stadtkirche auftreten werden nun während des Adventskalenders unter anderem ein Ensemble des Argovia Philharmonic, die «Chommerbuebe», Corinne Nora Huber, der Kammerchor Aarau, Nick Mellow, die Primarschule Schachen, das Seniorenorchester Aarau oder die Turmbläser, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Klassik, Pop, Jazz; die Sparten sind wild durcheinandergemischt. Was die Auftritte eint: Sämtliche Formationen sind aus Aarau. Wer aber an welchem Tag auftritt, ist – wie in Bern – eine Überraschung.

«Ich hoffe, dass sich die Aarauer darauf einlassen»

Dass diese Ungewissheit ein gewisses Risiko birgt, dessen ist sich Nadia Bacchetta bewusst. «Ich hoffe aber sehr, dass sich die Aarauerinnen und Aarauer darauf einlassen und sich überraschen lassen.» Um noch den einen oder anderen Besucher mehr anzulocken, gibt es von Montag bis Freitag ab 12 Uhr ausserdem ein günstiges Zmittag aus dem Suppentopf von Rebecca Moser.

Die Konzerte sind kostenlos, die Kollekte geht zu Gunsten des Vereins KiZ Kinderzeit, der Nachmittagsprojekte für Kinder aus Asylunterkünften organisiert.

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