Die Bilder aus Syrien zum mutmasslichen Giftanschlag gehen um die Welt. Einer, der die Bilder besonders genau betrachtet ist Juan Mohammed. Bedrückt sitzt er auf einem Stuhl an seinem Arbeitsplatz im Restaurant Tuchlaube in Aarau.

«Das macht mich traurig. Ich denke viel an meine Verwandten, meine Brüder, meine Schwestern – alle meine Verwandten», sagt Kellner Juan Mohammed mit feuchten Augen, und schnappt nach Luft: «Es ist nicht einfach.»

Syrier, in Aarau lebend, bangt um seine Familie in seiner Heimat

Syrier, in Aarau lebend, bangt um seine Familie in seiner Heimat

Juan Mohammed arbeitet seit 12 Jahren in der Schweiz. In der Aarauer Tuchlaube hat der 34-Jährige längst als Kellner einen Job gefunden.

Der Westen schaut zu

Viele seiner Verwandten leben im ruhigeren Nordosten von Syrien. Er sorgt sich aber vielmehr um seine Verwandten in der Hauptstadt Damaskus. Dort, wo örtlichen Medienberichten zufolge, sollen diese Woche über 1300 Menschen bei einem mutmasslichen Giftanschlag ums Leben gekommen sein.

«Ich habe viele Verwandte in Damaskus. Ich habe aber mit ihnen noch nie telefoniert. Sie leben und arbeiten dort. Ich weiss nicht, wie es ihnen geht», sagt Juan Mohammed gegenüber Tele M1.

Er will demnächst versuchen, seine Verwandten per Telefon zu erreichen. Derweil ist Mohammed wütend auf die westlichen Länder, die seit Jahren tatenlos zuschauen, wie die Syrier vom Assad-Regime unterdrückt werden. «Sie sind auch verantwortlich dafür, dass Tausende Menschen in Syrien gestorben sind.» (az)