SwissUpStart Challenge

Regierungsrat Urs Hofmann: «Jungunternehmer sind Halbverrückte»

Freude herrscht im Campussaal. Von links: Georgios Antoniadis, Moderator, Andreas Amstutz von Sharley.ch, Sieger in der Kategorie Wirtschaft, Thomas Sommerhalder, Regionaldirektor UBS.

Freude herrscht im Campussaal. Von links: Georgios Antoniadis, Moderator, Andreas Amstutz von Sharley.ch, Sieger in der Kategorie Wirtschaft, Thomas Sommerhalder, Regionaldirektor UBS.

Die Besten Jununternehmer wurden im «SwissUpStart Challenge» ausgezeichnet. Insgesamt gab es Preisgelder im Wert von 70000 Franken für die besten Ideen. Gewonnen hat eine Internetplattform, auf der man Alltagsgegenstände mieten kann.

In der Schweiz sind über 90 Prozent aller Unternehmen KMU. Jährlich kommen rund 40 000 neue Unternehmen dazu – davon 2500 allein im Kanton Aargau. Doch nach fünf Jahren muss die Hälfte der Neugründungen aufgeben.

Um Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer schon bei der Gründung zu unterstützen, wurde das schweizweite Projekt «SwissUpStart Challenge» lanciert. Das Förderprogramm wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW geleitet und vom Kanton Aargau und der UBS getragen.

Staat, Hochschule und Private

Die Idee zu diesem Wettbewerb kam keinem Geringeren als dem aktuellen Landstatthalter, SP-Regierungsrat Urs Hofmann, und zwar nach genossenem Anschauungsunterricht in den USA.

Bei der Preisverleihung im Campussaal in Windisch sang Hofmann gestern Abend das Hohelied des Unternehmers, vor allem des Jungunternehmers: «Er riskiert oft Kopf und Kragen, denn er trägt ein beträchtliches Risiko. Er lebt nicht von, sondern für sein Unternehmen. Jungunternehmer gelten deshalb als Halbverrückte – ich fühle mich wohl in einem Saal voll mit Halbverrückten!»

Adrian Steiner, Gründer und CEO des Tourneetheaters «Das Zelt», vermittelte den Jungunternehmern Tipps und Tricks zum Durchhalten. Er sei selber ein «Halbverrückter» gewesen, zunächst Artist in einem Jugendzirkus, dann Fahrradakrobat, dann Dr. iur., Anwalt und Notar.

Die Idee zu «Das Zelt» entstammt einem Projekt an der Expo 02 in Biel, daraus entstand innert eines Jahrzehnts das grösste Tourneetheater der Schweiz. «Ihr braucht einen starken Willen zu unternehmerischem Wirken, Ihr braucht Risikobereitschaft – und Ihr müsst wissen, was Ihr könnt und was Ihr nicht könnt», rief er den Jungunternehmern – übrigens auch den Jungunternehmerinnen – zu.

Mietplattform und 3-D-Drucker

Bei der ersten Auflage, 2013 lanciert und gestern mit der Prämierung abgeschlossen, wurden 250 Geschäftsideen eingereicht. 100 wurden in den Wettbewerb aufgenommen. Nach zwei Auswahlverfahren fanden sich noch 25 in der Finalrunde. Eine 10-köpfige Jury unter Leitung von Arie Verkuil vom Institut für Unternehmensführung der FHNW konnte insgesamt 70 000 Franken in drei Kategorien vergeben.

Den ersten Preis in der Kategorie Wirtschaft erhielten Andreas Amstutz und sein Team von Sharley.ch. Auf dieser Internetplattform finden sich Mieter und Vermieter, um Alltagsgegenstände auszuleihen.

In der Kategorie Technik konnten sich Christian von Burg, Dominik Solenicki und Joscha Zeltner von «Sintrac» über den ersten Preis freuen. Das Hightech-Start-up baut den ersten Laser-Sintering-3-D-Druckerbausatz im Desktop-Format.

In der Kategorie Social Business gewannen Katrin Pfrunder und ihr Team von «mondopoly». Bei diesem Spiel besuchen die Teilnehmer in einer Art städtischem Postenlauf verschiedene Institutionen, vom Altersheim über ein Künstleratelier bis zum Quartiertreff.

Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der FHNW, zeigte sich von den innovativen Geschäftsideen sehr angetan: «Ich gratuliere den Preisträgern und freue mich, dass wir diese Jungunternehmen unterstützen dürfen.»

Im Oktober startet bereits der zweite «SwissUpStart Challenge». Interessierte Jungunternehmer können sich unter www.swiss-up-start.ch anmelden.

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