Grossratswahlen

SVP-Grossrat Wolfgang Schibler: «Ich gehe erhobenen Hauptes»

Bleibt ein politischer Mensch, will sich aber künftig noch stärker sportlich betätigen: Wolfgang Schibler (67).

Bleibt ein politischer Mensch, will sich aber künftig noch stärker sportlich betätigen: Wolfgang Schibler (67).

Der abgewählte Grossrat Wolfgang Schibler (SVP) über die Gründe für seine Wahl-Niederlage und seine Zukunftspläne.

Am Schluss fehlten ihm gut 500 Stimmen. Oder seiner Partei der Sitz, den sie verloren hat. Wolfgang Schibler (67, ehemals Bettwil, heute Buchs) verfehlte am 23. Oktober die Wiederwahl in den Grossen Rat. Am kommenden Dienstag geht für ihn die Zeit als kantonaler Parlamentarier zu Ende. Mit einem Sitzungstag, einem Apéro, offeriert vom Kanton, und einem Nachessen seiner Partei.

Man merkt, Schibler geht nicht gerne. Auch wenn er sagt: «Ich verlasse das Grossrats-Gebäude erhobenen Hauptes. Ich habe mich knapp vier Jahre lang sehr engagiert.» So sehr, dass er jeweils vor wichtigen Sitzungen schlecht schlief – weil ihm die Materie nahe ging, er die Last des Amtes spürte, er gut vorbereitet sein wollte.

Wie hat er die Nichtwahl erlebt? «Ich verliere nicht gerne. Ich bin angetreten, um zu gewinnen», sagt Schibler unumwunden. Als die Niederlage bekannt geworden sei, habe er im ersten Moment leer geschluckt. «Zwei, drei Tage hatte ich ‹echli z chnorze›. Auch weil ich viel Zeit und Geld in den Wahlkampf investiert hatte.» Die erste Grossratssitzung nach dem Wahlsonntag sei nicht angenehm gewesen.

Bezirkswechsel wog schwer

Schibler werweisst, was für die Nichtwahl ausschlaggebend gewesen sein könnte: der engagierte Wahlkampf der Linken? Das flaue Engagement der SVP-Sektionen im Bezirk Aarau? Die mangelnde Leadership des Bezirksvorstandes, als die Passivität der Ortsparteien bemerkt wurde?

Der Abgewählte kennt die Antwort nicht. Er vermutet, dass sein Bezirkswechsel doch schwerer wog, als er erwartet hatte. Punkto Einsatz muss er sich nichts vorwerfen lassen: Er führte den intensivsten Wahlkampf der fünf bisherigen SVP-Kandidaten. Etwa indem er 45 000 Flyer verteilen liess.

Was bleibt? Die Gewissheit, dass er den entscheidenden Kick gab, damit die Ruhegelder für Regierungsräte zeitlich befristet werden. «Es kommt selten vor, dass es einem Rats-Neuling gelingt, mit einer Motion eine Dekretsänderung zu veranlassen», sagt Schibler.

Und jetzt? «Ich bleibe ein politisch denkender Mensch. Eventuell werde ich mich vermehrt bei der SVP Buchs engagieren.» Schibler wird zudem Vorstandsmitglied des «Vereins 60 Plus». Und er wird mehr Velo fahren: Nach 5000 Kilometern im 2016 sollen es nächstes Jahr 7500 werden. Nicht zu vergessen: «Ich bleibe Hausmann», so Schibler.

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