Regierungsrätin Franziska Roth (SVP) hat Anfang November verkündet, dass eine gemeindeeigene Parzelle im Küttiger Gebiet Ritzer als möglicher Standort für eine kantonale Asyl-Grossunterkunft mit 150 bis 300 Plätzen infrage kommt. Es ist einer von acht möglichen Standorten im Aargau. Der Küttiger Gemeinderat hat darauf zwar nicht gerade begeistert reagiert – aber auch nicht mit der gleichen vehementen Ablehnung, wie sie aus den anderen betroffenen Gemeinden zu vernehmen ist. Er beurteile die Standortevaluation kritisch und könne den Entscheid «nur teilweise nachvollziehen», schrieb der Rat in einer Stellungnahme.

Der Aufruf zum Widerstand gegen die Pläne von Regierungsrätin Roth kommt nun aus den eigenen Reihen: Der Küttiger SVP-Grossrat Daniel Wehrli spricht sich in der aktuellen Ausgabe des «Küttiger Anzeigers» dezidiert gegen die Asylunterkunft aus: «Der Standort Ritzer als Asyl-Grossunterkunft sollte vom Gemeinderat klar abgelehnt werden, ansonsten riskiert er ein Planungs-Chaos im Bereich Fussball, Jugendarbeit und Freizeitsport.»

Der Ritzer ist Standort der Fussballanlage und es existieren vage Pläne, dort eine Turnhalle zu bauen. Weiter schreibt Wehrli: «Seit Jahren diskutieren wir im Grossen Rat über die Asylgrossunterkünfte, aber ich warne jede Gemeinde davor, solch eine Anlage im Dorf zu erstellen.» Wehrli schreibt, solche würden «laufend riesige Probleme» verursachen – Beispiele nennt er nicht – und gute Steuerzahler würden «den Ort verlassen». Auch befürchtet der SVP-Grossrat, dass hohe Sozialkosten entstünden. (NRO)