Aarau
SVP-Fraktion weist Golatti-Kredit zurück und will Gesamtplan für Alters-Unterkünfte

Der Aarauer Stadtrat braucht für die Projektierung der Golatti-Sanierung mehr Geld. Die SVP-Einwohneratsfraktion verlangt eine Denkpause.

Hubert Keller
Merken
Drucken
Teilen
Die Sanierung des Alters- und Pflegeheims Golatti kostet mehr als angenommen.

Die Sanierung des Alters- und Pflegeheims Golatti kostet mehr als angenommen.

Sabine Kuster

Die Sanierung des Aarauer Alters- und Pflegeheims Golatti kostet mehr als ursprünglich angenommen. Der Stadtrat braucht bereits für die Projektarbeiten mehr Geld. Den entsprechenden Antrag wird die SVP aber an der Einwohnerratssitzung vom Montagabend mit einem Rückweisungsantrag bekämpfen.

Gleichzeitig mit der Ablehnung des Zusatzkredits soll die Exekutive beauftragt werden, eine strategische Gesamtplanung über die künftige Bauinfrastruktur für das Alter zu erarbeiten und anschliessend dem Einwohnerrat vorzulegen. Daraus sollen Handlungsalternativen (beispielsweise Neu- oder Umbau von Pflegeheimen, Ausbau Angebot an betreutem Wohnen, überregionale Kooperation etc.) abgeleitet und deren Kosten aufgezeigt werden.

Forära wehr sich gegen Umbaupläne

Der SVP-Fraktion liegt das Wohl der älteren Aarauer Einwohner am Herzen und sie ist der Auffassung, dass ein adäquates Betreuungs- und Pflegeangebot sichergestellt werden muss. Notwendige Sanierungs- und Umbauarbeiten sollen dementsprechend an die Hand genommen werden. In Bezug auf die Pläne des Stadtrates hinsichtlich des Alters- und Pflegeheims Golatti stellt die SVP-Fraktion aber fest, dass sich gerade der Verein Forära, der einen gewichtigen Teil der älteren Wohnbevölkerung vertritt, vehement gegen die Umbaupläne der Stadt wehrt. Bei einer genaueren Analyse zeige sich denn auch, dass die Vorbehalte berechtigt seien, schreibt Einwohnerrätin Susanne Heuberger namens der SVP-Fraktion.

Kosten sind zu hoch

«Die erforderlichen Investitionen für das Golatti, die im Vergleich zu ursprünglichen Plänen explodiert sind, stehen in einem krassen Missverhältnis zur angestrebten Qualitätsverbesserung», schreibt die SVP. Im Falle einer Umsetzung der vorgesehenen Sanierung würden pro Zimmer Kosten von 300000 Franken anfallen. Die daraus resultierende Erhöhung der Hotellerietaxen würde auf die Bewohner überwälzt, was zu unbilligen Ergebnissen führe.

Aus Sicht der SVP-Fraktion wurden Handlungsalternativen zu wenig in Betracht gezogen. Es entstehe der Eindruck, dass die Pläne ohne Vorliegen eines Gesamtkonzepts erarbeitet wurden, beziehungsweise das Geschäft isoliert betrachtet wurde.

Gesamtkonzept zwingend nötig

Die langfristige Planung von Alters- und Pflegeplätzen sollte gemäss SVP zwingend auf einem Gesamtkonzept basieren. Dazu gehörten auch das Alters- und Pflegeheim Herosé sowie die Altersplanung in den Nachbargemeinden.

«Bevor diese Gesamtplanung nicht vorliegt, ist die Bewilligung weiterer Mittel nicht zu verantworten», begründet die SVP ihren Rückweisungsantrag. Zu viele Fragen seien noch offen. Auch die künftige Organisations- und Gesellschaftsform der städtischen Alters- und Pflegeheime müsse überprüft werden.