SVP Buchs nimmt Coiffeure ins Visier

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Einwohnerrat Die SVP Buchs traut den Coiffeursalons entlang der Aarauerstrasse nicht: In einer Anfrage will Einwohnerrat ­Samuel Hasler wissen, wer diese kontrolliere, zumal im Dorf diverse Gerüchte umgehen: «Diese Geschäfte bieten ihre Dienste deutlich billiger an (bis zu 50 Prozent) als andere Buchser Coiffeur-Salons», schreibt Hasler. Er verweist in seine Anfrage auf ­diverse Medienberichte, wonach «viele Coiffeursalons in der Schweiz gegen gültiges Recht verstossen». Sie böten ihre Dienste zu «Preisen weit unter dem regionalen Marktdurchschnitt an», oft würden sie «durch syrische oder türkische Staatsangehörige betrieben».

In einem Bericht der SRF-­«Rundschau» vom Februar 2019 war die Rede von «Polizeirazzien gegen Coiffeure in Bern», von «Billigsalons», die einen Herrenhaarschnitt ab 18 Franken anbieten und den Vollzeit-Angestellten bloss 450 Franken im Monat bezahlen. Der Gesamtarbeitsvertrag der Coiffeurbranche sieht aber selbst für ungelernte Arbeitnehmer einen Basislohn von 3350 Franken im Monat vor, bei gelernten sind es 3800. Alexander Ott, Leiter der Fremdenpolizei der Stadt Bern, sagte dazu in der «Rundschau»: «Bei den Billigcoiffeurs finden wir immer wieder prekäre Arbeitsbedingungen vor. Wir stossen auf Angestellte, die nicht in der Schweiz sein dürften und ausgenützt werden.»

Der Vorstoss von Einwohnerrat Hasler kommt nicht ganz überraschend. Die Aarauerstrasse in Buchs, auch «Klein Istanbul» genannt, ist der SVP Buchs – und einem Teil der Bevölkerung – schon länger ein Dorn im Auge. Die Rede ist von einer «Parallelgesellschaft». Andere Buchserinnen und Buchser freuen sich hingegen über die kulturelle Vielfalt. Fakt ist: Es hat hier viele eher alte Liegenschaften, in die kaum noch investiert wird und die deshalb günstig zu haben sind. (nro)