Suhr

Suhrer Senioren sind mit dem Verkehrs- und Wohnungsangebot unzufrieden

Die Suhrer Senioren konnten ihre Anregungen auf grossen Plakaten schriftlich festhalten.Sibylle Haltiner

Die Suhrer Senioren konnten ihre Anregungen auf grossen Plakaten schriftlich festhalten.Sibylle Haltiner

Was ist ein Alterskonzept wert, wenn die Seniorinnen und Senioren nicht mitreden können? In Suhr waren die betroffenen eingeladen, Verbesserungsvorschläge zu machen.

Seit dem Jahr 2008 besteht in Suhr ein Alterskonzept. Die meisten der damals geplanten Massnahmen sind unterdessen umgesetzt. So wurden beispielsweise der Zugang zum Gemeindehaus hindernisfrei und eine Gesamtstrategie «Wohnen im Alter» erschaffen. Wohl die wichtigste Errungenschaft war der Aufbau des Netzwerks 50+, der Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Alter sowie die Freiwilligenarbeit. Deren Leiterin, Kristina Terbrüggen, hat im Kanton Aargau nur gerade eine Handvoll Kolleginnen in ähnlichen Stellungen. In Sachen Altersarbeit spielt Suhr eine Vorreiterrolle.

Da die meisten Vorgaben aus dem bestehenden Alterskonzept unterdessen umgesetzt sind, wird es seit dem Sommer 2012 überarbeitet. Nun wollten die Verantwortlichen wissen, mit welchen Massnahmen die Lebensqualität von älteren Menschen in Suhr weiter verbessert werden könnte. Daher haben sie die interessierte Bevölkerung zu einer Gruppendiskussion eingeladen.

Im katholischen Pfarreizentrum trafen sich am Samstagmorgen etwas mehr als 20 Seniorinnen und Senioren und konnten ihre Einschätzung zu bestehenden Strukturen in Suhr abgeben: Auf grossen Plakaten waren wichtige Punkte festgehalten, welche die Anwesenden von –2 bis +2 bewerten konnten. Aufgeführt waren Fragen wie «Kann ich regelmässig benötigte Strecken im öffentlichen Raum zu Fuss bewältigen?», «Werden kontinuierlich Anstrengungen unternommen, um das Risiko sozialer Isolation zu minimieren?» oder «Sind die Informationen für mich als älteren Menschen oder für meine Angehörigen zugänglich?».

Diese Einschätzungen wurden ausgewertet, wobei sich abzeichnete, dass die Freiwilligenarbeit und die Unterstützung durch die Gemeinde sehr positiv bewertet wurden. Weniger gut kamen das Verkehrsangebot und die Wohnsituation weg, wobei hier durch Gesetze und Vorgaben der Spielraum von Gemeinde und Netzwerk begrenzt sind.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in drei Gruppen Themen wie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Gesundheit sowie Verkehr und Wohnen diskutiert. Hier konnten die Seniorinnen und Senioren ihre konkreten Anliegen, zum Beispiel die Schaffung eines Tageszentrums, vorbringen oder auf Probleme mit den glatten Granitplatten beim Gemeindehaus hinweisen.

Bei den Teilnehmenden kamen die Veranstaltung und der Einbezug der Senioren in die Planung des Alterskonzepts gut an. «Es interessiert mich, wie es weitergeht», erklärte Agnes Häuptle. «Mit der Gemeinde und der Pfarrei bin ich sehr zufrieden, ich kann gar nichts Negatives sagen.» Seine Berührungsängste gegenüber den Behörden konnte Manfred Ritschard abbauen. «Mit 69 fühle ich mich noch nicht so betroffen, aber es ist gut zu sehen, dass Massnahmen in Gang gesetzt werden», meinte er. Elenora und Robert Rüetschi sind der Ansicht dass das Altersheim Steinfeld mehr Kapazitäten haben müsste. «Und es sollte mehr Sammelstellen für Aludosen geben im Dorf», regte Elenora Rüetschi an.

Sowohl die Leiterin von Netzwerk 50, Kristina Terbrüggen, wie auch Gemeinderat Stephan Campi waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung. «Die Diskussion war sehr erfreulich», meinte Campi. «Wir haben nun einiges auf dem Tisch, das wir strukturieren und auswerten müssen.» Bereits im April soll das neue Alterskonzept verabschiedet und die Massnahmen danach im Rahmen von Budget und Projekten umgesetzt werden.

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