Suhr
Suhrer entscheiden über 5,6 Millionen Franken

In Suhr wartet am 21. Juni eine vollbepackte Gemeindeversammlung: Die Suhrer müssen sich zu zehn Traktanden eine Meinung bilden. Total sollen 5,6 Millionen Franken investiert werden.

Sabine Kuster
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Eine Tagesbetreuung sollen sich in Zukunft auch weniger begüterte Eltern leisten können: Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in Suhr. abu

Eine Tagesbetreuung sollen sich in Zukunft auch weniger begüterte Eltern leisten können: Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in Suhr. abu

Suhr bewegt sich. Das veranschaulicht die Masse der Projekte an der diesjährigen Sommergmeind deutlich: Es wird etwas gemacht für die Familien, für die Busfahrer, für die Turnhallenbenutzer. Und für all jene, die bald bauen möchten, wird die Bauordnung und der Zonenplan – schon wieder – aktualisiert.

Über Investitionen von total 5,6 Millionen Franken befinden die Suhrer Stimmbürger am 21. Juli. Mit Blick auf den Rechnungsabschluss 2011 können die Suhrer relativ gelassen entscheiden: Das Nettovermögen stieg per Ende Jahr um 1,9 Millionen Franken auf 2,27 Millionen Franken. Allerdings dürften die nötigen Investitionen in den kommenden Jahren das Polster wieder schrumpfen lassen, wie Vize-Gemeindepräsident Marco Genoni am Informationsabend vom 7. Mai andeutete.

Warten und turnen im Trockenen

Die Suhrer sollen bis im Jahr 2016 in neuen Bushäuschen mit Bank, Beleuchtung und Abfalleimer auf den Bus warten können. Seit die WSB nach der Eigentrassierung nicht mehr alle Quartiere bedient, wurde die Buslinie 4 und 6 der BBA im Dezember 2010 ausgebaut. Der 6er verkehrt nun auch auf der Tramstrasse, die bis 2016 saniert werden soll. An den 12 Haltestellen standen bisher fast überall Provisorien oder in manche Richtungen gar keine Wartehäuschen. Dafür sind 680000 Franken veranschlagt.

Die Suhrer sollen auch längerfristig trockenen Hauptes Sport treiben können: Bis im Jahr 2016 soll das Flachdach der Doppelturnhalle erneuert und isoliert werden. Dies würde 400000 Franken kosten. Doch der Gemeinderat schlägt vor, im gleichen Zug auch den Dachaufbau mit den Oblichtern zu sanieren. Diese sind nur einfach verglast. Zudem soll für 68000 Franken eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach gestellt werden. Das gesamte Bauvorhaben beläuft sich auf 740000 Franken.

Pilotprojekt für Kinderbetreuung

Über das Bestreben, in Suhr das dringend benötigte familienergänzende Tagesangebot auszubauen, informierte die Gemeinde schon im Februar. In der folgenden Vernehmlassung seien rund 50 Rückmeldungen eingetroffen, zeigte sich Gemeinderätin Carmen Suter-Frey erfreut.

Die Gemeinde verfolgt mit der geplanten Unterstützung und Vernetzung der Kitas, Mittagstischen und Randstundenbetreuung vier Ziele: Der Wohnort Suhr soll attraktiver werden, die Qualität in den Institutionen soll gesichert sein, die Zahl der Angebote rasch wachsen und sozial besser durchmischt sein. Momentan können sich vor allem gut verdienende Eltern eine externe Betreuung leisten. Dies soll sich mit einem Zahlmodell, das aufs Einkommen abgestimmt ist, ändern. Für die Pilotphase bis im Jahr 2014 werden dazu von der Gemeindeseite her 1,2 Millionen Franken benötigt.

Zwischenlösung Feuerwehrmagazin

Ebenfalls noch in diesem Jahr gestartet werden soll mit dem Projekt Neubau Kindergarten Steinfeld. Der Gemeinderat beantragt dafür 2,9 Millionen Franken. Es soll ein zweistöckiges Gebäude mit vier Zimmern entstehen, dem später ein weiters Gebäude mit zwei Zimmern gegenübergestellt werden könnte. Die eine Kindergartenklasse würde während der Bauzeit im Feuerwehrmagazin unterrichtet, für die zweite wird noch eine Lösung gesucht. Der Keller soll als Lagerraum von der Schule und auch zur Vermietung genutzt werden.

Ohne Diskussion genehmigt wird wohl die Zusammenführung der Zivilschutzorganisationen Aare, Entfelden und Suret zur ZSO Aareregion. Die Vorteile: Professionalisierung, weniger Engpässe im Kader sowie eine Reduktion der Kosten pro Einwohner von Suhr von 11 auf 9.40 Franken pro Jahr.

Fusion des Zivilschutzes lohnt sich

Schliesslich sollen die Bauordnung und der Zonenplan revidiert werden – diesmal nur teilweise. 2008 wurde die letzte Gesamtrevision gültig. Unter anderem sollen neue Begriffe und Messweisen vereinheitlicht werden und verschiedene Unklarheiten bereinigt werden – wie zum Beispiel beim Bau von Terrassenhäusern. Eine Anpassung der Ausnützungsziffern soll zu einer massvollen, qualitativ guten Verdichtung führen. Die Minergie-Bauweise soll nicht mehr belohnt werden, da sie heute laut Gemeinderat Standard sei. Neu gibt es nur noch für Minergie P einen Zuschlag von 5 Prozent.

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