Suhr
SVP-Kandidat Beat Woodtli: «Es werden zu viele Steuergelder für Anliegen von Minderheiten ausgegeben»

Acht Männer und Frauen wollen in den Suhrer Gemeinderat gewählt werden. Die AZ stellt sie mit einem standardisierten Fragebogen vor. Heute: Beat Woodtli (SVP).

Daniel Vizentini
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Beat Woodtli (53) probiert die Wahl im zweiten Anlauf nach 2017.

Beat Woodtli (53) probiert die Wahl im zweiten Anlauf nach 2017.

Valentin Hehli

Was stört Sie an Suhr?

Beat Woodtli: Dass von Seiten Gemeinderat die Transparenz fehlt. Zum Beispiel wurde im Jahr 2016 an der Gemeindeversammlung ein Verpflichtungskredit für die nächsten fünf Jahre beantragt, um Strassen zu sanieren. Zehn Strassen wurden benannt und jetzt, viereinhalb Jahre später, ist keine dieser Strassen saniert. Oder die Baum-Panne, die hätte vermieden werden können, wenn der Gemeinderat auf die kompetenten, langjährigen Mitarbeiter der Gemeinde gehört hätte.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus – und wann tun Sie es?

Viel zu wenig lange. In den vergangenen Sommerferien habe ich versucht, das Natel gezielt zu missachten. Meistens hat es geklappt, aber nicht immer.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Nach 25 Dienstjahren in der Feuerwehr Suhr bin ich per Ende 2017 zurückgetreten und plötzlich hatte ich viel Zeit übrig. Da mich Politik schon immer interessierte und ich angefragt wurde für eine politische Tätigkeit, kandidierte ich schon 2017 für den Gemeinderat.

Die Suhrer SVP setzt auf ihn

Beat Woodtli (53) arbeitet als Teamleiter Disposition und stv. Leiter Technischer Kundendienst. Er war 25 Jahre lang in der Suhrer Feuerwehr und zuvor auch in der Pfadi, an seinen Pfadi-Namen kann er sich aber nicht mehr erinnern. 2017 trat er der SVP bei, heute ist er Parteipräsident. Er ist verheiratet mit Silvia, das Ehepaar hat drei Kinder.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Andreas Glarner ist selbstständig und niemandem verpflichtet. Dadurch kann er mit dem Finger auf brennende Themen zeigen. Er gilt als Hardliner, aber privat ist er ein ganz normaler Mensch.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Für Anliegen von Minderheiten.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuerfranken ausgeben?

Für Generationenprojekte, zum Beispiel Sportanlagen.

Trauern Sie dem Fusionsprojekt Zukunftsraum nach?

Nein. Die Suhrer Stimmbürger haben mit einer Stimmbeteiligung von 62 Prozent ein Zeichen für die Eigenständigkeit gesetzt. Wir haben weiterhin die direkte Demokratie mit den dazugehörigen Gemeindeversammlungen und arbeiten mit umliegenden Gemeinden gut zusammen.

Finden Sie es richtig, dass für die Umfahrung von Suhr (Projekt Veras) über 200 Millionen Franken ausgegeben werden sollen? Ist das Suhrer Verkehrsproblem so zu lösen?

Für die staugeplagten Suhrerinnen und Suhrer wird es sicherlich eine Erleichterung geben. Wenn man bedenkt, dass bereits seit 40 Jahren über eine Umfahrung diskutiert und geplant wird, ist es an der Zeit, dass etwas geschieht. Wie viel die Umfahrung dannzumal kosten wird, werden wir sehen. Bei der Finanzierung sollte auch das Wynental ins Boot geholt werden, denn die Wynentaler werden ebenfalls von dieser Umfahrung profitieren können.

Warum könnten Sie sich vorstellen, im Quartier Frohdörfli zu wohnen? Finden Sie das Quartier scheusslich oder schön?

Vor 45 Jahren hat bereits meine Patentante im Frohdörfli gewohnt. Jetzt, wo die Liegenschaften saniert wurden und das Abfallproblem gelöst sein sollte, entwickelt sich das Quartier zum Positiven und somit könnte ich mir vorstellen, dort zu wohnen.

Wie sieht die Zukunft von Suhr aus für Sie?

Suhr wird in den nächsten Jahren wachsen, dies durch die geplanten Bautätigkeiten an vielen Orten. Die Infrastruktur wurde in den vergangenen Jahren darauf angepasst und ausgerichtet. Ob es Sinn macht, so viele Single-Wohnungen zu erstellen, sei dahingestellt. Ich würde sehr gerne Familien in Suhr als Mieter oder Eigentümer begrüssen.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Da wäre wohl meine Ehefrau Silvia die Ansprechperson für diese Frage, was Sie an mir attraktiv findet.

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