Suhr
Migros baut ihr Verteilzentrum für 7 Millionen Franken aus

Das siebte Silo beim Verteilzentrum stärkt Suhr als nationale Drehscheibe des Migros-Genossenschaftsbunds. Mit dem Ausbau erhofft sich die Migros, die Logistikarbeit effizienter zu gestalten. Zusätzliche Arbeitsplätze entstehen nicht.

Daniel Vizentini
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Auf dieser Fläche soll das Verteilzentrum des Migros Genossenschaftsbunds im Suhrer Wynenfeld ausgebaut werden.

Auf dieser Fläche soll das Verteilzentrum des Migros Genossenschaftsbunds im Suhrer Wynenfeld ausgebaut werden.

Daniel Vizentini

Etwa alle fünf Jahre wächst das Verteilzentrum des Migros Genossenschaftsbunds in Suhr um ein weiteres Hochregallager. Zu den Silos A bis C gesellte sich 2008 das Silo D, 2012/13 das Silo E und 2015/16 das Silo F. Nun ist ein siebtes Lager geplant, das Silo G.

Dieses soll laut Baugesuch 20'000 neue Palettenplätze und 130'000 m3 zusätzliches Lagervolumen bringen; heute sind es 570'000 m3. Anders als die bisherigen Silos, die direkt an das Hauptgebäude angegliedert sind, wir das Silo G als getrennter Bau erstellt: Zwischen dem bisherigen Lager und der Wyna entsteht für 7 Millionen Franken ein rund 100 Meter langer, 40 Meter breiter und 23 Meter hoher Bau, der über eine über 50 Meter lange Passerelle mit den bisherigen Lagern verbunden wird. Darunter werden die Lastwagen über sieben integrierte Rampen die Waren bringen und abholen können.

Bedarf an Lagerplätzen für Produkte im Food-Bereich wächst

Nötig ist der Ausbau wegen des wachsenden Bedarfs an Lagerplätzen für Produkte im Food-Bereich. «Trotz mehreren organisatorischen Optimierungen» gäbe es im Verteilzentrum erneut einen Kapazitätsengpass, liest man im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB).

Suhr gilt als nationale Drehscheibe der Migros: Von dort aus werden heute rund 800 Migros-Verkaufsstellen mit Gütern aus dem Foodsortiment sowie rund 550 Migrolino-Shops mit dem gesamten Hauptsortiment beliefert.

Dank neuem Silo künftig keine Aussenlager mehr?

Mit dem Ausbau der Lager in Suhr erhofft sich die Migros, die Logistikarbeit effizienter zu gestalten und künftig Warentransporte zwischen Verteilzentrum und Aussenlagern zu reduzieren oder diese gar ganz aufzuheben.

Heute werden fünf Aussenlager von der Migros genutzt: in Suhr, Schafisheim, Wallbach, Nebikon LU und Pratteln BL. Laut UVB erwartet die Migros deshalb, trotz Ausbau des Verteilzentrums, eher eine «geringfügige Reduktion der Transportfahrten». So werde auch der minim höhere Energieverbrauch durch die neue Lagerhalle wieder wettgemacht über die niedrigere Umweltbelastung dank weniger Lastwagenfahrten zu den Aussenlagern. Da das neue Silo nicht gekühlt sein wird, spricht die Migros im UVB von nur 1,5 Prozent mehr Stromverbrauch gegenüber den heute jährlichen 18805 MWh. Es wird auch kein Anstieg von Schadstoff- oder Lärmemissionen erwartet.

Das Baugesuch liegt auf, die Profile sind ausgesteckt.

Das Baugesuch liegt auf, die Profile sind ausgesteckt.

Daniel Vizentini

Das Lager wird laut Bauplänen auf etwa die Hälfte des heutigen Personalparkplatzes errichtet und etwa einen Viertel der freien Rasen- und Ackerfläche beanspruchen. Die Bauzone ist dort «für Produktions- und Dienstleistungsbetriebe bestimmt», die verlorene Grünfläche soll aber dennoch etwas ausgeglichen werden durch eine «naturnahe Gestaltung» und eine Begrünung der Dachflächen. Aussehen soll die neue Halle wie die heutige. Gegen Norden hin in Richtung Wynecenter ist ein grosser Schriftzug geplant.

Nur 7 Prozent der Arbeiter kommen mit dem öV

Es werden weiterhin 333 Parkplätze fürs Personal angeboten, sie werden aber neu angeordnet. Das neue Lager wird keine zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Laut Mediensprecher Patrick Stöpper arbeiten 480 Personen im Verteilzentrum Suhr. Im Hauptgebäude sind weitere 270 Personen tätig in den Büros von Migrolino, Mibelle, M-Retail oder der Treuhandabteilung Prime Trust.

Wegen Schichtbetrieb und nicht besonders guter öV-Anbindung fahren laut UVB über 72 Prozent der Angestellten mit dem eigenen Auto zur Arbeit, nur 7 Prozent benützen den öV. 585 Personen seien im Schnitt gleichzeitig auf dem Areal des Verteilzentrums tätig. Die Baubewilligung wird für Juli erwartet, Baubeginn wäre im August, Betriebsstart zehn Monate später im Juni 2022.